Archive - Juli 2014

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Datenspionage: Warum wir Angst haben sollten!
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Zero Knowledge: Snowden rät zur Cloud-Verschlüsselung mit SpiderOak
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Live-Chat offline für 2 Tage
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Torrents blockieren Free Service :-(
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Vergiss mich: Privatsphären-Unternehmen auf dem Vormarsch

Datenspionage: Warum wir Angst haben sollten!

„Was macht es schon, wenn jemand die eine oder andere Mail mitliest oder sich auf meinem Profil bei Facebook herumtreibt? Da ist nichts bei, was mir Schwierigkeiten bereiten könnte.“

Korrekt. Eine einzelne E-Mail oder ein einzelner Post besitzt kaum Gewicht und bestätigt die Verfechter des ‚Wen interessiert das schon?‘. Nur bleibt es leider nicht dabei. Mit jeder Flugbuchung, jeder Amazon-Bestellung, jedem Mail-Freund schält sich (d)ein Gesicht aus der anonymen Masse heraus, ausgestattet mit Gefühlsbeschreibungen, Lebensfeldumschreibungen, Bildern, Scores und Wahrscheinlichkeiten. Dies betrifft auch psychische Befindlichkeiten, die von den Einzelnen sorgsam in versteckten Bereichen ihres Selbst aufbewahrt und nach Möglichkeit nicht berührt werden. Besitzt jemand ein Gespür für Ungerechtigkeiten? Kann jemand ein Gefühl der Ohnmacht aushalten? Verliert jemand Berührungsängste zu Verschwörungstheorien? Beginnt sich ein Mensch, für die Propaganda der jeweiligen Gegenseite zu interessieren, weil die eigene nicht mehr überzeugt?

Das Ziel bist du

Daten im Netz werden längst nicht mehr nur eingesaugt und gesammelt. Das Internet 2014 ist das Internet der Profiler, Menschen und Programme, denen bereits wenige Daten und deren Querverbindungen ausreichen, um latente Gewaltbereitschaft, sexuelle Präferenzen, Bedürfnisse, Vorlieben, Antipathien und mögliches zukünftiges Verhalten zu diagnostizieren.

Wo kommen die Daten her? Suchmaschinen wie Google und soziale Netzwerke wie Facebook enthüllen bereits eine Menge, zum Beispiel für andere ‚Normalsurfer‘, die nach Informationen über einen möglichen Angestellten, den Nachbarn oder einem Blind-Date-Partner aus sind, aber auch für Geheimdienste, die auf den kompletten Datenschatz der Unternehmen zugreifen können: Mails, Postings, private Nachrichten, Freundeslisten, Bildungsinteressen, politische Präferenzen, Geburtstag, Telefonnummern … Noch mehr Material halten darüber hinaus die Tablets, iPhones, Handys, Smartphones, iPads, PCs und Notebooks für den Suchenden bereit, zur Not auch mithilfe von Viren und Trojanern: Projekte, Texte, Verbindungen, Arbeitsdokumente (auch Wirtschaftsspionage ist Spionage), Passwörter, Personalausweisnummer, Kundennummern, Bankdaten, Aufenthaltsorte, Routen. Von den diversen Clouddiensten von Microsoft bis Dropbox ganz zu schweigen: Tausende Bilder, Mails, Texte, Videos, Kalendereinträge, Termine, Tagebücher, persönliche Notizen, Backups, Surfgewohnheiten, Kaufgewohnheiten, Krankheiten, Recherchen …

Und ganz am Ende stehst du, ein Mensch, von dem nicht nur klar ist, ob Mann oder Frau, sondern auch, was er oder sie denkt, fühlt, macht oder plant. Wie gehst du mit Gefühlen um, anderen Menschen, Beziehungen, Geschlechtern? Hast du Herpes, Kontakte zu Prostituierten, Fußpilz oder Hämorrhoiden? Wie viel verdienst du ? Wie viel Steuern werden bezahlt? Wieviel Unterhalt geht an wie viel Kindern? Und weiß das auch die Ehefrau? Schaut jemand Nacktfotos? Gar Pornos? Schwule Pornos? Wie hat sich jemand vor zehn Jahren zu aktuellen Themen geäußert, gar Verständnis für Islamisten gezeigt oder womöglich auf Armutsprobleme hingewiesen? Und das als konservativer Politiker? Kurz: Wie erpressbar ist jemand?

Menschen sollten Angst haben davor, was über sie in Erfahrung gebracht und zu dunklen Zwecken missbraucht werden kann. Und nicht nur das. Sie sollten auch Angst davor haben, dass sie ihr Leben nicht mehr selbst bestimmen können und auf das Good-will anderer angewiesen sind. Die Zerstörung der Reputation, der Sperrung persönlicher Konten, Entzug von Geld und Leistungen: alles kein Problem, wenn die digitale ID eines Menschen erst einmal gehackt, entwendet und neu eingesetzt wird.

Passend dazu: ARD-Reportage ‘Wenn das Netz zum Gegner wird’

https://www.youtube.com/watch?v=_LRMSZJQL-U

manniac: Überwachungsstaat – Was ist das?

 

Zero Knowledge: Snowden rät zur Cloud-Verschlüsselung mit SpiderOak

In seinem aktuellen Videointerview mit dem britischen Guardian wiederholt der US-Whistleblower Edward Snowden seine Forderung nach mehr Verschlüsselung in der täglichen Kommunikation, die auch für die Nutzung von Clouddiensten gelte. Wichtigste Voraussetzung hierbei: Die Firmen selbst dürften keine Möglichkeiten besitzen, auf die bei ihnen gespeicherten Daten zuzugreifen: “Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen Cloud-Anbieter das Konzepts eines Zero-Knowledge-Systems verfolgen“, so der immer noch in Moskau festsitzende ehemalige NSA-Mitarbeiter.

Als verlässlich in diesem Sinne bezeichnete Snowden den Anbieter ‚SpiderOak‘, der im Gegensatz zu Dropbox mit direkter Verschlüsselung arbeitet und „keinen Zugriff auf die Daten der Nutzer“ habe. Seines Wissens könne SpiderOak selbst dann keine Daten unverschlüsselt herausgeben, wenn ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss dies fordere. Der Grund liege darin, dass sie vom Nutzer verschlüsselt würden.

Zu den großen Internetunternehmen wie Google und Microsoft (Skype) befragt, erklärte Snowden: „Wir sollten ihnen nicht trauen, ohne zu überprüfen, wie sie unsere Daten verwenden.“ Das Prinzip ‚Zero Knowledge‘ greift hier offensichtlich nicht – ganz im Gegensatz zu neueren Unternehmen, die, wie CyberGhost, Privatsphäre nicht nur als Recht, sondern auch als modernes Geschäftsmodell für sich entdecken. So verfügt auch CyberGhost über keinerlei Anwenderdaten und schlägt den umgekehrten Weg der traditionellen Internetwirtschaft ein: Statt Kapital aus den persönlichen Daten der User zu schlagen, respektiert und schützt man die Privatsphäre und verdient sein Geld damit, sie auch vor anderen in Schutz zu nehmen.

Aber zurück zu Snowden, der wenig Chancen für ein faires Verfahren in seiner Heimat USA sieht und davon ausgeht, noch länger in Russland verweilen zu müssen. Zwar dürfte es seiner Ansicht nach schwer werden, 12 Geschworene zu finden, die ihn verurteilen würden, er macht sich aber keine falschen Hoffnung über die aktuelle politische Lage: „Die Verhandlungen sind festgefahren.“

Auf die Frage, ob er überwacht werde, antwortete Snowden, dass er es für sehr wahrscheinlich halte, sowohl von den USA als auch von  Russland beobachtet zu werden. Seine Zeit im ‚Exil‘ verbringt er unter anderem damit, Verschlüsselungswerkzeuge für Berufsgruppen wie Anwälte, Journalisten, Ärzte und Priester zu entwickeln. „Ein bedauerlicher Nebeneffekt der Entwicklung der neuen Überwachungstechniken besteht darin, dass die Arbeit von Journalisten unvergleichlich schwieriger als in der Vergangenheit geworden ist.”

Videointerview des Guardian mit Snowden

 

Live-Chat offline für 2 Tage

Unser Live-Chat auf www.cyberghostvpn.com geht wegen Wartungsarbeiten für ungefähr 48 Stunden offline. Grund ist eine Änderung im Live-Support-System, um dieses Werkzeug in Zukunft noch besser für euch einsetzen zu können.

Habt vielen Dank für euer Verständnis. Wir wissen, wie sehr ihr den Live-Chat schätzt und gerne auch ausgiebig nutzt und tun unser Möglichstes, den Dienst schnellstens wieder online zu haben.

 

Torrents blockieren Free Service :-(

Man kennt es: Ein großer Teil des Internetverkehrs wird durch Streamingdienste für Musik und Videos sowie durch Torrent-Downloads bestritten, in manchen Ländern stark genug, die Netzneutralität zu gefährden, indem die jeweiligen Dienste von Internet Service Providern als Vorwand dafür herangezogen werden, neue Preisstrukturen einzuführen.

Im Gegensatz dazu ist CyberGhost mit den Jahren ständig preisgünstiger geworden und schaffte es trotzdem, den zunehmenden Traffic zu stemmen. Leider macht mittlerweile aber ein zu hoher Prozentsatz der Free User von der Möglichkeit Gebrauch, die für einen Free-Dienst hohe Bandbreite für Torrent-Downloads zu verwenden, wodurch zwangsläufig der Datendurchsatz aller anderen Anwender in Mitleidenschaft gezogen wird.

Für uns ist damit der Zeitpunkt gekommen, die Reißleine zu ziehen und die Solidarität unter allen Anwendern wieder herzustellen, die zurzeit von Wenigen für sich alleine in Anspruch genommen wird. Im Klartext: CyberGhost blockiert ab sofort das Torrent-Protokoll auf allen frei verfügbaren Servern, um die Belegung des Free-Dienstes zu normalisieren und die Kapazitäten für jene zu reservieren, die ein kostenloses VPN für anonymes und unzensiertes Surfen benötigen.

Für Abonnenten ist die Verwendung von Torrents auf den allermeisten Premium-Servern weiterhin uneingeschränkt möglich, Ausnahmen bilden nur Server in den USA, Russland, China und Singapur. Zur Vereinfachung und schnellen Einschätzung eines Servers findest du in der Serverliste neben dem Servernamen ein gelbes Ausrufezeichen, falls der jeweilige Server für P2P gesperrt sein sollte.

Hinweis: Die Streaming-Funktionalität ist nicht von der Maßnahme betroffen. Du kannst deine Lieblings-Inhalte also nach wie vor auch im Free-Service genießen.

 

Vergiss mich: Privatsphären-Unternehmen auf dem Vormarsch

Nice naked pictures für den Liebsten? Party satt live auf Facebook? Außer Kontrolle geratener Rundumschlag im Politforum? Vorbei, Kai, denn dem Rausch des großen Leichtsinns im Internet folgt jetzt der Kater. Spätestens, seit Edward Snowden auch die letzten Zweifel beseitigte und die gar nicht frohe Kunde verbreitete, wie man heutzutage Privatsphäre definiert: als nicht vorhanden. Und das nicht nur in China oder vollbesetzten japanischen U-Bahnzügen. Nice naked erfreut jetzt auch den Nachbarn, die leeren Flaschen auf und um den Tisch den Personalchef und die Wuttiraden auf die Regierung den BND, die NSA, den GHCQ und was das Alphabet sonst an Kombinationen hergibt.

Dem einen oder anderen mag noch Verdrängung helfen, ähnlich wie es bei Atomkraft, Klimakatastrophe und freiem Fall aus 1.000 Meter Höhe klappt. Das bringt zwar weniger als Schwimmflügel beim Anstieg der Meere, ein Regenschirm beim nächsten Fallout, Skater Protective Gears beim Aufprall oder ein Mundschutz in der U-Bahn, aber offenbar reicht es dem Internet-Gelegenheitstäter – obwohl Darwin hinsichtlich der Überlebensfähigkeit einer solchen Gemeinschaft seine eigene Theorie gehabt hätte.

Andere hingegen erkennen die Zeichen der Zeit: Facebook verliert an Interesse bei den Jungen, die froh sind, von ihren Eltern einmal nichts zu hören, Android-Nutzer bügeln das Google-freie CyanogenMod auf ihre Geräte und selbst dem Bundestag dämmert ein Jahr nach Snowden, dass ein NSA-höriges Unternehmen wie Verizon wohl besser nicht die Kommunikation der Abgeordneten regeln sollte.

Was auch neu ist: VPN-Dienste wie CyberGhost brauchen nicht mehr erklären, womit zur Hölle sie eigentlich ihre Miete verdienen und warum eine verschlüsselte Internetverbindung nicht nur gut fürs Bankkonto ist. Wir Nerds wussten das schon immer, zusammen mit den Alu-Hüten, aber der Onkel vom Sportverein nicht. Und auch der Postbote nickt jetzt weise, wenn man ihm erklärt, dass die Pakete, die er bringt, zwar von der NSA gepackt sein können, im Gegensatz zu Datenpaketen im Internet aber wenigstens blickfest sind.

Privatsphäre wird wieder hoffähig. Lange Zeit als Dauerausrede potenzieller Terroristen, Pornographen und Game of Throne-Leechern verleumdet, dämmert es vielen, das wohl doch ein wenig mehr dahintersteckt, denn mit der Privatsphäre stirbt die Sicherheit stirbt die Meinungsfreiheit stirbt die Demokratie.

Der Privatsphäre wird aber nicht nur mehr Wert von zusehends mehr Leuten beigemessen, dieser Bedeutungswandel stößt mittlerweile auch auf Interesse im Geschäftsleben. Bei so vielen potenziellen Kunden funktioniert sogar der finanzwirtschafts-freie Kapitalismus wieder; und dieses Mal sogar so liberal, wie die sterbende FDP es gern gehabt hätte, ganz ohne Unterstützung des Staates. Oder besser: Ohne bewusste staatliche Unterstützung, denn die täglichen Beschwichtigungsmantras zum Abhörskandal und die durchgehende Ignoranz hinsichtlich des Ausverkaufs wichtiger Bürgerrechte sind natürlich Gold wert im neuen Markt des ‚Privacy Related Business‘.

Erste Anzeichen des neuen Trends sind deutlich spürbar: Die Downloads bekannter Sicherheitstools ziehen an, VPNs bewegen sich Richtung ‚PC-Grundausstattung‘, wie Firewalls und Virenscanner, und  Crowdfunding-Aktionen mit Privatsphären-Hintergrund sind erfolgreicher als früher. So konnte der Anbieter von ProtonMail, einem verschlüsselten E-Mail-Dienst, auf IndieGoGo in nur der Hälfte der angesetzten Zeit den dreifachen Betrag als erhofft verbuchen: statt 100.000 stolze 346.000 US-Dollar. Starken Zulauf erhielt auch der Anbieter Forget.me, der seit seinen Start am 24. Juni 2014 knapp 50.000 Besucher anzog, die allesamt wissen wollten, wie man dem Suchriesen Google die eigenen Daten aus den Klauen reißt – und dies dann von Forget.me erledigen lässt.

Und CyberGhost? Ist ebenfalls aktiv. Zum einen werden wir in Kürze eine eigene Crowdfunding-Aktion anstoßen, um autarke Rechenzentren zu finanzieren und unsere Hardware unter direkte Kontrolle zu bekommen. Umgekehrt starten wir ebenfalls in Kürze ein hauseigenes Accelerator-Programm, um Start-ups im Privacy-Business mit Geld, Räumlichkeiten und Mentoren unter die Arme zu greifen. Wer möchte, kann mithilfe unserer CyberGhost-API sogar VPN-Techniken in eigene Produkte integrieren.

Man muss es nur ernst meinen mit dem Neustart des Internets, dann lassen sich viele Dinge bewegen; zu spät ist es jedenfalls noch nicht. Man hat den Menschen zwar bereits den Boden unter den Füßen weggezogen, der freie Fall ist aber noch nicht abgeschlossen und mit euren und unseren Ideen können wir alle bald das Fliegen lernen.

Stay tuned für weitere Informationen …

 

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