3 gute Gründe, warum Privatsphäre unverzichtbar ist

Eigentlich sollte nicht erst seit Edward Snowden bekannt sein, warum Privatsphäre unverzichtbar ist. Da sie aber trotzdem von vielen bereitwillig einem angeblichen Plus an Sicherheit geopfert oder gar  achtlos für eine kostenlose App weggeworfen wird, hier eine kleine Erinnerungshilfe mit 3 guten Gründen, seine Entscheidung besser noch einmal zu überdenken:

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Luftaufnahme der National Security Agency von Trevor Paglen. Lizenz: CCO

1.      Jeder hat etwas zu verbergen

Kann es noch jemand hören, das ausgelutschte ‚Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten‘? Jenen griffigen Satz mit zwei frei erfundenen Marketing-Behauptungen, die auch im Doppelpack keinen echten Sinn ergeben? Wobei der erste Teil völlig aus der Luft gegriffen ist, weil es immer etwas gibt, das nicht jeder wissen darf, und der zweite fröhliches Wunschdenken?

Warum es trotzdem funktioniert? Weil die öffentliche Deutungshoheit der Sprache bei jenen liegt, die sich solche Sätze ausdenken, und die Adressaten dadurch zum Abnicken geradezu genötigt werden. Dabei könnte man den Satz genauso gut auch auf ausgerechnet jene Politiker anwenden, die ihn besonders gerne aussprechen und statt Transparenz das Verbergen von Tatsachen zum täglichen Geschäft machen.

Die richtigen Fragen sind nicht jene danach, nach welcher sexuellen Orientierung jemand den Kompass seines Lebens einstellt, welche belastenden Erfahrungen oder Krankheiten er oder sie durchmachen mussten oder welche Vorlieben, Abneigungen oder politische Ansichten ihn oder sie umtreiben. Stattdessen sollte die Realität wieder vom Kopf auf die Füße gestellt und selbstbewusst gefragt werden, warum jemand unbedingt wissen muss, was frau oder man im Internet anstellt. Oder warum Transparenz und Datenoffenheit bislang nur Einbahnstraßen sind, die von unten nach oben verlaufen und die Bürger vor Staat, Behörden und Wirtschaft nackt dastehen lassen, während die Nutznießer für sich selbst auf Datensparsamkeit pochen.

Wir alle besitzen das Recht, bestimmte Dinge komplett für uns zu behalten oder nur mit jenen teilen zu wollen, die uns nahe stehen. Das heißt nicht automatisch, dass man verbergen möchte, welche Sorte Erbsen man besonders gerne isst, sondern schlicht, dass man sich seine Zuschauer selbst aussucht. Auch im Supermarkt empfindet man es als aufdringlich, wenn einem der nachfolgende Kunde an der Kasse bis auf einen Zentimeter auf die Pelle rückt. Nicht derjenige ist im Unrecht, dem es unangenehm ist, sondern derjenige, der seine Grenzen überschreitet.

2.      Privatsphäre nützt dem Individuum, Spionage nützt Interessensgruppen

Mit dem Vorwurf konfrontiert, sich in Lebensbereiche vorzuwagen, die vor dem Internet noch dem Kernbereich der persönlichen Privatsphäre angehörten, argumentieren die Befürworter einer umfassenden Generalüberwachung  gerne, dass Menschen heutzutage ein anderes Verständnis für Privatsphäre haben und bereitwillig intimste Geheimnisse auf Plattformen wie Facebook veröffentlichen und man sich dieses Fundus nur zu bedienen brauche.

Aber abgesehen davon, dass die Lebensphilosophien einzelner Extrovertierter kaum taugen, in nationales Recht für Alle gegossen zu werden, macht es einen Unterschied, ob sich jemand mitteilt oder ausdrückt oder ob man von Dritten ausspioniert, analysiert, eingeordnet und bewertet wird. Der Unterschied ist der gleiche wie der Unterschied zwischen Edward Snowden (Ex-NSA-Angestellter und Whistleblower) und Eric Schmidt (Google-CEO): Während der eine den Verzicht auf Privatsphäre kritisiert, weil er sich Sorgen um die Menschen macht, die digitaler Überwachung ausgesetzt sind …:

„Jemand, der auf seine Privatsphäre verzichtet, weil er nichts zu verbergen hat, ist wie jemand, der auf seine Meinungsfreiheit verzichtet, weil er nichts zu sagen hat.“

… redet der andere davon, dass ‚unschuldige Leute nichts zu verbergen‘ hätten:

„Wenn du etwas tust, von dem du nicht möchtest, dass andere Leute davon erfahren, solltest du es besser gar nicht erst tun.“

Dem einen kostete sein Verantwortungsgefühl seine Zukunft, seine Heimat und seinen Job, dem anderen beschert das Fehlen desselbigen ständig wachsende Einnahmen. Bezeichnenderweise beschwerte sich aber ausgerechnet Schmidt beim CNET-Magazin über mangelnde Diskretion, als dieses private Daten über ihn veröffentlichte, darunter die Höhe seines Einkommens und die Adressaten politischer Spenden. Ganz ähnlich wie ein anderer Sonntagsredner, der auf der einen Seite eine ‚überholte‘ Kultur der Privatsphäre beklagt, auf der anderen aber sämtliche Häuser der Nachbarschaft aufkaufte, um ‚seine Ruhe zu haben‘: Marc Zuckerberg, Gründer von Facebook.

3.      Massenüberwachung bringt vor allem eines hervor: Konformität

Glenn Greenwald brachte es auf den Punkt: „Eine Gesellschaft, in der Menschen jederzeit überwacht werden können, ist eine Gesellschaft, die Konformität, Gehorsam und Unterwerfung produziert.“

Menschen neigen als soziale Wesen dazu, sich selbst dann Gruppen unterzuordnen, wenn diese nachweislich das Falsche tun. Überwachung verstärkt diesen Trend, indem sie Ängste und Selbstzweifel schürt, den Stresslevel des Einzelnen erhöht und als Ausgleich die vermeintliche Sicherheit der Gemeinschaft bietet. Am Ende steht eine Gesellschaft, in der alle Mitglieder versuchen, sich in die Mitte zu drängen, um nicht aufzufallen. Die Mitte ist aber per Definition immer nur dann eine Mitte, wenn es Randbereiche gibt, so dass Abgedrängte schnellst möglichst versuchen, wieder in die Mitte zu gelangen und dadurch neue Außenseiter produzieren.

So gesehen sind die Cookies, die einen permanent im Internet überfallen, und die Anhäufung gigantischer Datenberge eher Symptome einer ver-rückten Wirklichkeit, an deren Ende eine Komplettüberwachung steht. Gleichzeitig flankieren inhaltsleere Worthülsen und sprachliche Nebelkerzen die Erosion der Privatsphäre und geben den Überwachten sogar noch die Schuld für den rasanten Abbau von Bürgerrechten: Über Eltern, die das komplette Leben ihrer Nachkommen auf Facebook dokumentieren, schüttelt man nicht den Kopf, sondern man deklariert dies als neue Normalität und rechtfertigt damit das eigene Abfischen riesiger Datenmengen, während man gleichzeitig Hatespeech und Mobbing zu gesellschaftlichen Phänomenen hochstilisiert, um die demokratische Gemeinschaft als nicht reif für die Freiheit des Netzes zu diffamieren.

Die Probleme, die wir haben, sind die Probleme, die wir dulden

Immerhin: Der Einzelne ist nicht hilflos dem Zwang ausgesetzt, eine neue Normalität zu akzeptieren, die alles andere als normal ist. Privatsphäre ist ein fundamentales Recht und die Grundlage für Freiheit und Individualität – und hier bei CyberGhost weiß man dies nur zu gut.

Es geht nur dich etwas an, was du online machst. Nicht uns, nicht dem Blogger, dessen Artikel du liest, nicht dem Shop, in dem du deine Unterhosen kaufst und schon gar nicht deiner Regierung oder einer Armee aus Geheimdienstlern. Deshalb verfügt das neue CyberGhost 6 über einen leistungsstarken Free Service, mit dem du dein Gerät kostenfrei in öffentlichen WLANs absicherst und zensur- und überwachungsfrei im Internet surfen kannst.

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Nutze den Dienst, auch wenn du bislang der Meinung warst, nichts zu verbergen zu haben. Und wenn es nur dazu dient, zu zeigen, dass die Zeit reif ist für einen Perspektivwechsel und nicht du unrecht hast, weil dich ein mulmiges Gefühl beschleicht, sondern die anderen, die längst weit übers Ziel hinausgeschossen sind und gesellschaftlich mehr Schaden anrichten, als durch ihre Maßnahmen verhindert werden soll.

CyberGhost stemmt sich dem Marsch in den Überwachungsstaat aktiv entgegen. Mit tatkräftiger finanzieller Hilfe (der kostenfreie Service ist für uns alles andere als kostenfrei) und mit dem Verzicht auf Werbung für Dritte sowie einer kompromisslosen No-Logs-Politik.

 

Foto: Luftaufnahme der National Security Agency von Trevor Paglen. Beauftragt von Creative Time Reports, 2013.

Lizenz: CCO

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CyberGhost VPN - Uli
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