Gemeinsam einsam: Das Deep Web ‚kartographiert‘

Die erste ‚Karte‘ des Deep Web enthüllt wenig Überraschendes: Die Infrastruktur des andernorts als Hort des Verbrechens und der dunklen Abgründe menschlichen Verhaltens verschrienen anonymen Netzes ähnelt so gar nicht den bekannten Formen. Statt aus Verknüpfungen, mit denen man sich von einer Page zur anderen hangelt, besteht das Deep Web einer kürzlich erstellten Studie zufolge offenbar vorwiegend aus einzelnen isolierten Containern. Fast 90 Prozent aller Seiten verzichten demnach konsequent auf Links zu anderen Angeboten und machen die dunkle Seite des Internets zu einem Ort, für den Isolation der Normalzustand ist.

Was eigentlich wenig verwunderlich sein sollte, denn im Deep Web (von den Forschern Dark Web genannt) gelten bekanntermaßen andere Prioritäten. Es gilt als sicherer Teil des Internets für Exilanten, Whistleblower, Oppositionelle, Aktivisten und investigative Journalisten, die sich hier unbeobachtet austauschen und recherchieren können. Aber auch als Schmuddelecke des Internets, in dem Drogen, Waffen und Sex ver- und gekauft werden. Wer sich hierher begibt, hat sich nicht verirrt, denn weder wird dieser Teil des Internets von Suchmaschinen durchforstet, noch reicht es, einfach mal eben den Browser zu starten und ‚Dark Web‘ in die Adresszeile einzugeben. Im Gegenteil. Wer eine Seite besuchen will, muss deren Adresse kennen und spezielle Software wie den Tor-Browser verwenden. Auch ist die Form der Adressen eine andere: Statt herkömmliche IP-Adressen verwenden Deep-Web-Pages 16-stellige verschlüsselte Hash-Kennungen, die keine Rückverfolgung erlauben und Betreiber sowie Standort einer Site im Dunkeln lassen. Gemeinsamer Nenner aller Beteiligten: Hohes Interesse an Anonymität und keines an Vernetzung und/oder Öffentlichkeit.

Mit Crawler und Graphentheorie ans Eingemachte des Dark Webs

Zur Untersuchung der Natur des Dark Webs ließen die Forscher Virgil Griffith und Yang Xu (MIT Singapur) sowie Carlo Ratti (MIT Cambridge) einen speziellen Webcrawler über die per Tor-Netzwerk zugänglichen Seiten der Pseudo-Domain ‘*.onion.link’ laufen. Das wenig überraschende Ergebnis bestätigte zwar nur die undurchsichtige Grundstruktur des Dark Webs und dessen Gegensätzlichkeit zum regulären World Wide Web, lieferte aber immerhin ein paar interessante Zahlen.

Die 7.000 aufgespürten Sites wiesen laut Studie insgesamt rund 25.000 Links auf, allerdings führten die allermeisten von nur einer Handvoll zentraler Knoten zu den Seiten selbst. „Rund 30 Prozent der Sites hatten nur genau einen zu ihnen führenden Link – und dieser kam meist von einem der fünf größten Knoten“, so die Forscher. Der Begriff ‚Web‘ sei daher eher eine Fehlbezeichnung, denn im Gegensatz zum WWW ist das Dark Web ein Ort der Isolation. Statt eines möglichst vielseitig vernetzten Gebildes habe man es mit einer Ansammlung isolierter Container zu tun. 87 Prozent der Seiten verlinkten laut Forscher sogar auf keine einzige andere Seite.

Wenig überraschend fällt deshalb auch das Fazit aus: Offenbar verursachten keine technischen Gründe die Isolation einzelner Sites, wie beispielsweise deren Kurzlebigkeit. Stattdessen vermuten die Forscher, „[…] dass die Menschen, die Sites im Dark Web erstellen, einfach weniger sozial sind als im WWW.“ Das Dark Web sei damit ein bisschen so etwas wie die „asoziale Ecke“ des Internets.

Mit CyberGhost ins Deep Web

Ob die Forscher mit ihrem Fazit auch Gruppen wie Menschenrechtsaktivisten meinten, die das Deep Web dringend als Zufluchtsort für politische Arbeiten benötigen, ist nicht bekannt. Für jene bietet sich übrigens die Verwendung von CyberGhost und Tor gleichzeitig an. Startet man CyberGhost zuerst und dann den Tor-Browser, sorgt man dafür, dass die Schwachstelle des Tor-Netzwerks, der Exit-Server, vom VPN-Server verdeckt wird. Diese Vorgehensweise ist vor allem eher unerfahrenen Usern zu raten, die keine Erfahrung bei der Auswahl des Exit-Servers haben und vermeiden wollen, einen vom Geheimdienst betriebenen zu nutzen. Auch wenn das Surferlebnis durch Tor selbst und die doppelte Verschlüsselung spürbar verlangsamt wird.

 

Foto: Matthew Henry (https://stocksnap.io/author/200)

Lizenz: CCC (https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/)

Studie: Graph Theoretic Properties of the Darkweb

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CyberGhost VPN - Uli
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  • Ne ganz andere frage: wann kann man wieder auf Indiegogo einen NoSpy-Perk kaufen? Seitdem Indiegogo Paypal nicht mehr unterstützt kann man leider dort keinen Perk mehr kaufen, da ihr keine andere Bezahlmöglichkeit als Paypal angeboten habt.

    • Die NoSpy-Slots sind derzeit alle belegt, mehr zu verkaufen würde die Bandbreite für die anderen User verringern. Aber wir arbeiten an der Einrichtung zusätzlicher Datencenter. Was die Bezahlmöglichkeiten betrifft, so haben wir leider keinen Einfluss auf Indiegogo. Sry. Dies ist auch für uns unbefriedigend.

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