Hallo? Gibt es noch jemanden, der nicht lauscht?

Es ist faszinierend zu sehen, wie viele Gadgets aus Jahrzehnte-alten Science-Fiction-Filmen langsam, aber sicher, zeitgenössische Realität werden: selbstfahrende Autos (noch nicht fliegende), Uhren, die sich als Telefone nutzen lassen (James Bond besaß seine eigene Version eines Handgelenk-Walkie-Talkie bereits im Jahr 1981), und persönliche digitale Roboterassistenten, die für uns tägliche Aufgaben erledigen. Im Prinzip großartig, aber was bedeutet es in Bezug auf die Privatsphäre? Wie viel sind wir bereit zu opfern, um ein bisschen Aufwand zu sparen?

Alexa, übernehmen Sie!

In den oben erwähnten ‚Spy-Fi‘-Filmen suchten Geheimagenten wie der gute alte Vintage-Bond noch Wohnung und Telefon nach verborgenen Mikrofonen oder ‚Drähten‘ ab, um die eigenen Spionagetätigkeiten in Ruhe ausüben zu können. Heute holen sich die Menschen freiwillig selbstspionierende Geräte oder Apps ins Haus oder aufs Smartphone, die sie offen und leichtgläubig in ihre intimsten Aktivitäten einbeziehen. Beispiele sind Apples Siri ebenso wie das neuere Amazon Echo, auch bekannt als Alexa, beides sogenannte ‚sprachgesteuerte digitale Assistenten‘, die über Schlüsselwörter aktiviert werden, bei Letzterem sind es “Alexa” (Standard), “Amazon” oder “Echo”. Das Problem: Um das Schlüsselwort aufzufangen, muss das Gerät unablässig aktiv sein und hören können, was Leute sagen.

 

Natürlich kann man das gute Stück auch deaktivieren und die Mikrofone (ja, Mikrofone, es gibt sieben von ihnen) nur dann einschalten, wenn man es braucht. Aber gestehen wir es uns ruhig ein, die meisten Benutzer werden sich für die Standardeinstellungen entscheiden. Wozu sonst hätte man sich das Teil denn auch angeschafft?

Unter diesen Voraussetzungen behält Amazons Echo etwa 1 Minute Audio ständig im Gedächtnis, nur für den Fall, dass der Inhalt im Kontext mit einer gestellten Frage stehen sollte. Immerhin: Laut USA Today werden die alten Inhalte ständig mit den neuen überschrieben – bis Echo sein Schlüsselwort hört. Dann beginnt es mit der Versendung des gespeicherten Inhalts in die Cloud, wo der Audiostream zu einem Text umgewandelt wird, den das Programm verstehen und danach handeln kann.

Klingt in Ordnung, aber Alexa kann seinen Namen auch ‚aus Versehen‘ hören und die Audioinhalte in die Cloud schicken, wo sie dann aufgezeichnet und auf Vorrat gehalten werden und, wie andere Daten, geheimdienstlichen und polizeilichen Anfragen zur Verfügung stehen. Gesetz dem Fall, es liegt eine gültige und verbindliche rechtliche Forderung vor. Ob in einem Land wie Schweden oder der Türkei macht dabei allerdings keinen Unterschied.

Auch werden die Suchanfragen an Alexa für Werbezwecke verwendet, wie so ziemlich alles, was wir online suchen, ob nun diktiert oder getippt. Wie bei dem Guardian-Journalisten, der mit seiner Frau zukünftige Babypläne besprach und prompt ein paar Tage später mit Windel-Anzeigen auf seinem Kindle beglückt wurde.

Also …

Wie können wir bei der Nutzung von Alexa privat bleiben?

Leider scheint es in der Welt, die wir bewohnen, fast unmöglich, 100 % privat zu bleiben. Es sei denn, du wurdest auf einer abgelegenen Insel geboren, von der keine Regierung und kein Wirtschaftsgigant eine Ahnung haben. Immerhin, es gibt einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, um die eigene Privatsphäre bei der Verwendung eines sprachgesteuerten digitalen Assistenten wie Alexa angemessen zu schützen:

  1. Schalte Alexa stumm, wenn du den Assistenten nicht benötigst

Eindeutig der beste Weg, um das Gerät von Lauschangriffen auf deine privaten Konversationen abzuhalten. Minuten, die nicht aufgezeichnet werden, sind Minuten, die nicht gegen dich verwendet werden können – auch wenn die Aufzeichnungen natürlich nur zu deinem Besten sind, bspw. optimierte Werbung.

  1. Lösche Sprachaufnahmen manuell

Laut Amazon ‚[…] können alle Sprachaufzeichnungen, die Ihrem Konto zugeordnet sind, für jedes Ihrer Alexa-fähigen Produkte […]‘ gelöscht werden, indem man das entsprechende Produkt auf der Seite ‚Verwalten Ihrer Inhalte‘ im Amazon-Konto auswählt, nachzulesen in den Alexa-FAQs von Amazon. Auch der Kundenservice sei angehalten, etwaige Anfragen zu beantworten.

  1. Einkauf verbieten

Sichere Zahlungen auf einem Gerät mit einem aktiven VPN wie CyberGhost sind bei der Verwendung von Alexa nicht möglich, es sei denn, das Gerät ist über einen VPN-Router mit dem Internet verbunden. Aber so oder so, auf Grund der Tatsache, dass Alexa eine Spracherkennung fehlt (also keine Stimmen unterscheiden kann), können auch andere Stimmen, beispielsweise aus der TV-Werbung, als Aufträge interpretiert werden. Die einzige Lösung: Das Feature deaktivieren. Dies kann in den Einstelllungen zu Alexa im Amazon-Konto erfolgen, unter ‚Einstellungen > Einkauf durch Stimme‘. Dort lässt sich auch optional ein Bestätigungs-Code definieren, mit dem jede Bestellung autorisiert wird.

 

Aus dem Englischen übersetzt, Originalartikel von Corina Dumitrescu

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CyberGhost VPN - Uli
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