Money matters: Wie Facebook sich ins echte Leben einklinkt

Du denkst, Facebook besitzt nur Bedeutung für dich, wenn du online bist? Denk noch einmal!

Dass du von Facebook personalisierte Werbung vorgesetzt bekommst, ist altbekannt. Dafür legt das soziale Netzwerk individuelle Profile über jeden einzelnen Nutzer an und zieht dafür Unmengen an Daten aus allen möglichen Beziehungen zu anderen Facebook-Nutzern heran, derer es habhaft werden kann: Dass du Rapunzeln magst und Fußball, also dasselbe, wie ein Teil deiner engsten Freunde und Familienmitglieder – und selbst die Dame (oder den Herrn), die deiner Frau (deinen Mann) die Stirn runzeln lässt. Man weiß auch, dass du diesen oder jenen kennst und auch gerne mal deine Meinung über politische Fehlentwicklungen kundtust und überhaupt kennt Herr Zuckerberg vermutlich mehr deiner Vorlieben als deine Eltern.

Aber wusstest du auch, dass der Milliarden-Dollar-Konzern damit nicht zufrieden ist und laufend ergiebige Informationsströme von Offline-Datenhändlern hinzukauft? Zum Beispiel über deine Einkommensverhältnisse, die Namen der Restaurants, die du mit obiger Dame (oder obigen Herrn) besuchst – und selbst, über wie viele Kreditkarten du verfügst.

Der Website ‚ProPublica‘ zufolge versäumt Facebook es zwar nicht, seine Anwender darüber aufzuklären, dass man Informationen über die Nutzer ‚aus verschiedenen Quellen‘ sammelt, vergisst aber zu erwähnen, dass zu diesen Quellen auch kommerzielle Informationshändler aus dem ‚echten‘ Leben zählen. Und schon gar nicht, welche Daten dies wohl sind.

Für Facebook bedeuten die zugekauften Daten einen immensen Zugewinn an Genauigkeit, da sie erlauben, aus Milliarden Menschen genau definierte Zielgruppen auszufiltern, viel besser, als es die berühmt/berüchtigten Facebook-Likes hier und dort tun. Denn mal ehrlich, was bedeutet schon das Wissen darüber, ob jemand Zitrone zum Fisch mag, gegenüber Kenntnisse über dessen zur Verfügung stehende Einkommen, die Einkaufsgewohnheiten und die Anzahl der Kreditkarten? In harter Währung nicht viel – aber die ist es nun einmal, warum Facebook überhaupt existiert.

Die Mikro-Zielgenauigkeit, die erst mit den hinzugekauften Daten möglich wird, ist für Werbetreibende so etwas wie Honig für Bären, während diese (also die Werbetreibenden) wiederum der Honig für Facebook sind. Eine Win-Win-Situation also für alle Beteiligten – außer den gutgläubigen Anwendern, die es schon schwer haben, die Informationen darüber zu finden, was Facebook denn überhaupt preisgibt, gesammelt zu haben. Geschweige denn, was man sonst noch so treibt.

Immerhin, man kann ihnen helfen, herauszufinden, wie weit es um Facebooks Transparenz tatsächlich bestellt ist, und ob die zugegebenen 600 Kategorien auch tatsächlich alle sind. Als Teil der Untersuchung von ProPublica entwickelte man dort ein Tool, um Anwender bei der Identifizierung zu helfen – und andere über ihre Ergebnisse in Kenntnis zu setzen. Heraus kamen bislang über 52.000 Kategorien, darunter auch so bedeutsame wie ‚Stillen in der Öffentlichkeit‘. Was man hingegen nicht fand, waren die hinzugekauften Kategorien – die nahezu komplett finanzielle Attribute abdecken. Facebook sagt seinen Nutzern offenbar doch nicht, was es alles über sie in Erfahrung bringen konnte.

Quelle: https://www.technologyreview.com/s/603283/how-facebook-learns-about-your-offline-life/

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