Schweizer Bürger für mehr Überwachung: Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

Seit vergangenen Sonntag sind die basisdemokratischen Schweizer dem Rest Europas und seiner veralteten Parlamentsdemokratie wieder einmal einen Schritt voraus: Statt wehrlose Opfer von oben verordneter Sicherheitspolitik zu werden, entschieden sie sich, diesen Schritt ganz alleine in die Hand zu nehmen und sich ihren eigenen Geheimdiensten auszuliefern – was in etwa so ist, als wäre die Berliner Mauer von der Mehrheit der ehemaligen DDR-Bürger selbstständig errichtet worden, damit das Böse draußen bleibt.

001

Die Todesschwadronen, die man zwischen den Bergen mehr fürchtet als die schleichende Entwertung persönlicher Rechte, rekrutieren sich wie im Rest-Europa in erster Linie aus den barbarischen, undemokratischen Horden des Nahen Ostens und dem Internet, gemeinhin auch als ‚Terroristen‘ und ‚Cyber-Kriminelle‘ bekannt. Diesen will man in die böse Suppe spucken, indem man landesweite Transparenz herstellt und nichts dagegen hat, dass die schützenden Hände der Justiz und der Exekutive sowie der hochgeheimen Behörden, von denen niemand so richtig weiß, in welchen Bereich diese wohl gehören, Telefone anzapfen, E-Mails mitlesen, versteckte Kameras einsetzen und Computer ausforschen. Bei allen Bürgern, wohlgemerkt, frei nach dem Motto, wenn die Guten nachweisbar weiße Westen haben, dürften eigentlich nur die Übeltäter übrig bleiben.

Mehr als 5 Millionen Wahlberechtigte (65 Prozent) stellten in einer Volksabstimmung deshalb klar, dass sie a) Angst vor Anschlägen wie in Frankreich, Spanien und den USA haben und sie selbst b) weiße Westen besitzen. Argumente wie Privatsphäre, Schutz vor unzulässigen Eingriffen seitens des Staates, zu befürchtende Selbstzensur, Erosion der demokratischen Werte und der Verfall selbstbewussten Staatsbürgertums fielen dabei leider unter den Tisch. Interessante Nebenfakten: Die Frage, was nach der Erhebung mit den Datenbergen geschieht, stand genauso wenig zur Debatte wie die Gültigkeitsdauer der Gesetzesänderungen. Offenbar geht man davon aus, dass die zugestandenen Befugnisse sowieso nie wieder zurückgefordert werden können.

Und die anderen 35 Prozent, denen die Notwendigkeiten nicht so recht einleuchten wollten? Nun, die müssen mit den Folgen leben, wie jene Briten, die nicht aus der EU austreten wollten, aber trotzdem jetzt ihre Arbeitsplätze verlieren. Immerhin, im Gegensatz zu Letzteren können Erstere technisch aufrüsten, um der Verschiebung ihrer Rechte zumindest teilweise durch Verschlüsselung und einen guten VPN (wie CyberGhost) zu begegnen.

Und ihr? Wie seht ihr das Schweizer Bekenntnis zu mehr Überwachung? Als Notwendigkeit angesichts real existierender drohender Gefahren? Als emotionale Kurzschlussreaktion? Als Ausdruck von Unwissenheit und Angst? Als Güterabwägung? Oder gar als richtigen Schritt in die richtige Richtung, da echte Demokratien den Ansturm Andersdenkenden kein Paroli bieten können und nur durch Aufgabe ihrer Werte überleben können?

Lasst es uns über Twitter erfahren:

@CyberGhost_DE Ich finde Swiss #surveillance gut/schlecht, weil … Click to Tweet

About the author

CyberGhost VPN - Uli
CyberGhost VPN - Uli

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014. Created by Meks. Powered by WordPress.