Tag - Edward Snowden

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3 gute Gründe, warum Privatsphäre unverzichtbar ist
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‚NSA-Schriftart‘ enttarnt Schlüsselwörter
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Bürgerrechtler gegen Überwachungsstaat: Petition zur Kürzung des BND-Etats
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IMO: Soll Edward Snowden Asyl in Deutschland erhalten?
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CEO-Blog: Die Geschichte hinter meinem Video mit dem Hut aus Silberfolie

3 gute Gründe, warum Privatsphäre unverzichtbar ist

Eigentlich sollte nicht erst seit Edward Snowden bekannt sein, warum Privatsphäre unverzichtbar ist. Da sie aber trotzdem von vielen bereitwillig einem angeblichen Plus an Sicherheit geopfert oder gar  achtlos für eine kostenlose App weggeworfen wird, hier eine kleine Erinnerungshilfe mit 3 guten Gründen, seine Entscheidung besser noch einmal zu überdenken:

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Luftaufnahme der National Security Agency von Trevor Paglen. Lizenz: CCO

1.      Jeder hat etwas zu verbergen

Kann es noch jemand hören, das ausgelutschte ‚Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten‘? Jenen griffigen Satz mit zwei frei erfundenen Marketing-Behauptungen, die auch im Doppelpack keinen echten Sinn ergeben? Wobei der erste Teil völlig aus der Luft gegriffen ist, weil es immer etwas gibt, das nicht jeder wissen darf, und der zweite fröhliches Wunschdenken?

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‚NSA-Schriftart‘ enttarnt Schlüsselwörter

Fragt man Anwender, ob und wie sie auf die seit zwei Jahren nicht abreißenden Abhörskandale reagieren, haben sich vor allem die beiden folgenden Sätze ganz oben in der Verdrängungs-Top-Ten platzieren können: „Ich habe nichts zu verbergen“ und „Für mich interessiert sich niemand“.

Warum sich der Staat trotz der Unwichtigkeit von 99,99 % der Bevölkerung die Mühe macht, seine Bürger digital zu vermessen und in unbekannte Datenbanken einzustellen, ist dann zwar nicht so richtig einsichtig, aber immerhin gibt es Hilfestellungen, zumindest herauszufinden, was für ihn denn von Interesse sein könnte – so wie die ‘NSA-Schriftart’, die automatisch von Geheimdiensten verwendete Schlüsselwörter redigiert und aus den jeweiligen Texten herausstreicht.

project seen

Bislang leider nur für englische Texte verfügbar, zerlegt die vom slowenischen Künstler Emil Kozole im Rahmen seines ‚Project Seen‘ entwickelte Schriftart automatisch geschriebene Textpassagen und streicht jene Wörter mit Gefährdungspotenzial durch. Also jene, die das Zeug haben, die Aufmerksamkeit der NSA zu provozieren.

Das Projekt greift hierzu auf eine Wortliste zurück, die als Teil der NSA-PRISM-Datenbank von Edward Snowden 2013 veröffentlicht wurde. Das heißt, eigentlich müsste es NSA-PRISM-Datenbank heißen, denn neben Begriffen wie ‚Surveillance‘ (Überwachung) und ‚Government‘ (Regierung) befinden sich auch ‚Geheimdienst-eigene‘ Wörter wie ‚Agencies‘ und eben PRISM auf der Liste der ‘subversiven’ Wörter. Ein Leben oder eine Existenz mag also nicht unbedingt ‚interessant‘ für den Staat und seine Behörden sein, was er oder sie sagt, hingegen schon, und das umso mehr, je öfter solch staatszersetzenden Begriffe wie Privatsphäre, Onlineüberwachung, President und Internet verwendet werden. Oder, wie schon der Verschlüsselungs-Experte Bruce Schneier sagte: Die Gefährdung der Privatsphäre ist real.

Wie normal muss also jemand kommunizieren, der nichts zu verbergen hat und für den sich angeblich niemand interessiert? Wahrscheinlich in Zeichensprache, denn selbst normale Wörter wie ‚Pakete‘, ‚Texas‘, ‘Girls‘ und ‚Facebook‘ lassen die roten Lampen im NSA-Hauptquartier in Fort Meade leuchten – egal, ob nun in E-Mails, einer Google-Suche oder einem Facebook-Post. Dann hilft auch nicht die frei von der Projekt-Homepage herunterladbare NSA-Schriftart – nur, falls jemand auf die Idee kommen sollte, sie als Zensor zu verwenden, um auch weiterhin seine ‚Normalität‘ wacker verteidigen zu können …

Bürgerrechtler gegen Überwachungsstaat: Petition zur Kürzung des BND-Etats

Als die ersten Enthüllungen Edward Snowdens vor beinahe zwei Jahren noch das mediale Tagesgeschehen beherrschten, war die Empörung unter Politikern groß und ein Untersuchungsausschuss schnell zur Hand. Nun, da die Wellen sich gelegt haben, der Ausschuss immer noch leise vor sich hin tagt und sich die Empörung als Schaumschlägerei und Heuchelei erweiste, ist zumindest klar, dass Änderungen nur von unten kommen können – wie über die Petition zur Kürzung des BND-Etats.

Die Bundestags-Petition 57952 gegen die Erhöhung des BND-Etats 2016 wurde in der vergangenen Woche vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages freigeschaltet und fordert die Kürzung des BND-Etats. Die Petition kann unter folgender Adresse mitgezeichnet werden:
Die unterstützenden Bürgerrechtsgruppen begründen die Petition unter anderem mit der Massenüberwachung durch den BND sowie der Weitergabe von Daten, die Drohnenangriffe der US-Streitkräfte unterstützen. Weiter führt die Begründung aus, dass der BND bereits heute nicht mehr vom Parlament kontrolliert werden kann. Dies haben auch die Anhörungen im NSA-Untersuchungsausschuss in den letzten Wochen deutlich gemacht. Die Bundestags-Petition gegen die Erhöhung des BND-Etats wird von folgenden Gruppen unterstützt:
  • Bündnis Demokratie statt Überwachung
  • Plattform Brandenburg
  • Bündnis gegen Überwachung
  • #StopWatchingUs Köln
  • #StopWatchingUs Lübeck
  • Piratenpartei Deutschland Bezirksverband Freiburg
  • Bündnis Privatsphäre Leipzig e. V.
  • no-spy.org Stuttgart
  • #wastun gegen Überwachung
  • Digitalcourage e.V.
  • Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
  • Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) e.V.
  • SaveYourPrivacy
Bis zum Ende der Zeichnungsfrist am 29. April wollen die Bürgerrechtsgruppen die Zahl von 50.000 UnterstützerInnen erreichen. Sollte dieses Quorum überschritten werden, wird im Regelfall die Petition im Petitionsausschuss öffentlich beraten. Ziel ist es, zu dieser Beratung eingeladen zu werden und die Begründung persönlich den Abgeordneten des Petitionsausschusses vorzutragen. Damit soll der Diskurs über Überwachung in der Gesellschaft angestoßen und der Widerstand gegen den Überwachungsstaat gestärkt werden.

IMO: Soll Edward Snowden Asyl in Deutschland erhalten?

Glaubt man den Umfragen der letzten Monate, seit Edward Snowden vor knapp einem Jahr den größten Geheimdienstskandal der Geschichte publik machte, genießt der Whistleblower in der deutschen wie der US-amerikanischen Bevölkerung gleichermaßen mehrheitlich den Status eines Helden, in den USA sogar erstaunliche 70 %. Eher umgekehrt stellt sich die Lage der Dinge bei den politischen Vertretern dar, die in der Mehrheit nicht müde werden, den derzeit in Russland im Zwangsexil lebenden jungen Mann als Landesverräter und Kriminellen darzustellen. Zuspruch erhält er hier ausschließlich in Ausnahmefällen, innerhalb der Opposition oder in Form von Lippenbekenntnissen, die keinerlei politische Taten erwarten lassen.

Was also tun? Mit dieser Frage tritt man in die bundesdeutsche Twilight Zone ein, die bereits die Diskussionen der diesjährigen re:publica bestimmte und in der eigene, nicht erklärbare Gesetze gelten. So ist man zwar mehrheitlich für Edward Snowden, sieht sich aber nicht genötigt, seiner Überzeugung Ausdruck zu verleihen. Parallel dazu ist die Empörung der Menschen im Lande hinsichtlich der aufgedeckten Generalüberwachung ungebrochen hoch, wie Umfragen wie jene von dimap (PDF) zeigen: Laut Umfrage verurteilen 48 Prozent das Vorgehen der Geheimdienste, da es Grundrechte verletze, während nur 22 Prozent den Maßnahmen explizit ihren Segen erteilen. Einen Einfluss auf das Verhalten der Menschen im Internet oder außerhalb besitzt aber auch diese Tatsache kaum. Nur Wenige haben ihr Verhalten geändert und verschlüsseln beispielsweise ihre Daten (TrueCrypt), Mails (PGP) oder ihren Internet-Traffic (VPN).

Gute Voraussetzungen für eine Einladung Snowdens, vor dem deutschen NSA-Untersuchungsausschuss auszusagen, sind dies nicht. Das sieht auch der Journalist Glenn Greenwald so, der Snowden in der ersten Zeit nach seinem Ausstieg bei der NSA begleitete und einen Großteil der mitgenommenen Dokumente sichtete und veröffentlichte. Bei einer Vorstellung seines kürzlich erschienenes Buches ‚Die globale Überwachung‘ im Münchner Literaturhaus beantwortete er die Frage der Teilnehmer, ob Snowden nach Deutschland kommen solle, mit dem Hinweis darauf, dass Edward bereits enorm viel riskiert und enorme Opfer erbracht habe, um die Privatsphäre von Menschen im Land zu schützen. Die deutsche Regierung auf der anderen Seite will, dass Snowden ihr noch mehr hilft, während sie gleichzeitig nicht das geringste Risiko eingehe und nicht die geringsten Opfer bringe, um Snowdens Rechte zu garantieren. Und das, obwohl Snowden so viel für die Rechte deutscher Bürger getan habe. „Also da kann man schon ein ziemlich schlechtes Gefühl bekommen“, sagte der Enthüllungsjournalist. „Ich an seiner Stelle wäre ein wenig zurückhaltend, mit einer Regierung zusammenzuarbeiten, für die ich schon so viel getan habe. Die mich aber im Ungewissen lässt, während ich der Gefahr ausgesetzt bin, verfolgt zu werden. Die die Möglichkeit hätte, meine Menschenrechte zu garantieren, die aber nicht willens ist, dies zu tun.“

Zieht man zusätzlich in Betracht, dass Edward Snowdens Vater weniger diplomatische Worte findet und seinen Sohn rundheraus davon abrät, nach Deutschland zu gehen, selbst, wenn ihm Asyl geboten wird, ist es ein Armutszeugnis für dieses Land: Die Protagonisten eines der wichtigsten Ereignisse der jüngsten Geschichte hegen offenes Misstrauen gegenüber den regierenden Politikern und schätzen die ansonsten auf ihrer Seite stehende Mehrheit lethargisch und desinteressiert an den eigenen Rechten ein.

Immerhin, es gibt Lichtblicke, einige zögernd, andere eindeutig – wie die Unterstützung des Whistleblowers durch digitalcourage e.V. Dort verlieh man Snowden einen Positivpreis im Rahmen des Big Brother Awards und rief anschließend die ‘Asyl für Snowden‘-Kampagne ins Leben. Damit werden die Teilnehmer den jungen Mann zwar nicht aus Russland heraus in den Westen bringen, sie positionieren sich aber eindeutig, wenn sie den im Rahmen der Kampagne kostenlos bestellbaren Aufkleber verwenden und verleihen dem Land ein mutiges und offenes Gesicht.

digitalcourageev

Einen anderen Beitrag leistet CyberGhost mit der extrem preisgünstigen Snowden Edition, die für gerade einmal 83 Cent pro Monat unbeschränktes anonymes Surfen ermöglicht:

SnowdenEdition

 

CEO-Blog: Die Geschichte hinter meinem Video mit dem Hut aus Silberfolie

Hut aus SilberfolieWenn ihr glaubt, dass man mit einem Hut aus Silberfolie irgendwie dämlich aussieht, dann kann ich das hiermit bestätigen. Warum ich trotzdem einen Hut aus Silberfolie trage, erfahrt ihr hier:

Als Edward Snowden den NSA-Skandal rund um Prism öffentlich gemacht hat, war ich überrascht, dass die Realität offensichtlich schlimmer ist als es sich jeder Science Fiction Autor oder Verschwörungstheoretiker jemals hätte ausdenken können. Sogar als Mitbegründer und Geschäftsführer eines VPN-Unternehmens (quasi als Berufsparanoiker) hatte ich echt Probleme damit, das Ausmaß der Überwachung durch eine Regierungsbehörde zu verstehen, bis es dann schlussendlich doch durch Journalisten bestätigt wurde. Ich hab dann sofort diese Bilder von Leuten im Kopf gehabt, die Hüte aus Silberfolie tragen, um ihre Gedanken vor Manipulation oder Fremdkontrolle zu schützen. Und zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mit diesen Leuten mitfühlen.

Kurz darauf ist dann mit Tempora alles noch schlimmer geworden. Tempora zeigte, dass der britische Geheimdienst GCHQ tatsächlich den kompletten Internetverkehr mitschneidet und speichert. Von da an war klar, dass Prism und Tempora nur die kleinen Teile eins noch viel größeren Puzzles sind und wir alle am Ende mit Hüten aus Silberfolie dasitzen würden.

Die nächste Stufe des Entsetzens stellte sich bei mir ein, als ich realisierte, dass unsere Politiker entweder nicht in der Lage oder nicht willens sind, unser Grundrecht auf Privatsphäre zu verteidigen. Barak Obama reagierte auf den NSA-Skandal mit den Worten, dass man eben nicht 100% Sicherheit und 100% Privatsphäre haben könnte. Was er meinte war, dass wir alle in Zukunft 0% Privatsphäre haben sollen, um im Austausch vielleicht ein wenig sicherer leben zu können. Und Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, setzte dem Ganzen noch einen oben drauf und erklärte, dass wer seine Daten sichern will, sie eben verschlüsseln muss und nicht mehr auf seinen Nationalstaat hoffen kann. Das hört sich für mich nach Leuten an, die sich über jeden einzelnen von uns einfach nur noch lustig machen.

Ich habe mich in den letzten Wochen mit sehr vielen Menschen über die oben genannten Dinge unterhalten. Und ich habe die unterschiedlichsten Reaktionen bekommen. Diese gingen von „ich hab‘s ja schon immer gewusst“ über „selber schuld, wer Facebook nutzt“ bis hin zu „ich hab nichts zu verbergen“ – aber ein Satz war immer wieder der gleiche: „Wir können am Ende ja eh nichts dagegen tun.“ Und ich hab mir dann immer gedacht: „Das stimmt nicht, wir können sehr wohl etwas tun.“ Ok, wir können uns nicht mit Hüten aus Silberfolie schützen. Zumindest sollten wir das nicht. Im Ernst, das sieht einfach völlig albern aus! Aber, ein Dienst wie CyberGhost VPN ist das richtige Mittel, um unsere Metadaten gegen diese massive Verletzung von Privatsphäre zu schützen! Benutzt also einfach ein VPN anstatt einen Hut aus Silberfolie und nehmt eure Privatsphäre ernst.

Ich hab mir dann schließlich doch einen Hut aus Silberfolie aufgesetzt, aber nur um der Welt zu zeigen, dass ein VPN eine richtig gute Alternative dazu ist.

Hut aus Silberfolie Video

Und nicht vergessen: Hier bei CyberGhost glauben wir daran, dass Privatsphäre für jedermann ist und mit unserer aktuellen Kampagne wollen wir das belegen.

Du musst einfach nur auf www.worthofprivacy.com gehen und kannst selbst entscheiden, wieviel dir deine Privatsphäre wert ist und wir liefern dir einfach so 12 Monate CyberGhost VPN.

 

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