Tag - Guardian

1
Hallo? Gibt es noch jemanden, der nicht lauscht?
2
Zero Knowledge: Snowden rät zur Cloud-Verschlüsselung mit SpiderOak

Hallo? Gibt es noch jemanden, der nicht lauscht?

Es ist faszinierend zu sehen, wie viele Gadgets aus Jahrzehnte-alten Science-Fiction-Filmen langsam, aber sicher, zeitgenössische Realität werden: selbstfahrende Autos (noch nicht fliegende), Uhren, die sich als Telefone nutzen lassen (James Bond besaß seine eigene Version eines Handgelenk-Walkie-Talkie bereits im Jahr 1981), und persönliche digitale Roboterassistenten, die für uns tägliche Aufgaben erledigen. Im Prinzip großartig, aber was bedeutet es in Bezug auf die Privatsphäre? Wie viel sind wir bereit zu opfern, um ein bisschen Aufwand zu sparen?

Read More

Zero Knowledge: Snowden rät zur Cloud-Verschlüsselung mit SpiderOak

In seinem aktuellen Videointerview mit dem britischen Guardian wiederholt der US-Whistleblower Edward Snowden seine Forderung nach mehr Verschlüsselung in der täglichen Kommunikation, die auch für die Nutzung von Clouddiensten gelte. Wichtigste Voraussetzung hierbei: Die Firmen selbst dürften keine Möglichkeiten besitzen, auf die bei ihnen gespeicherten Daten zuzugreifen: “Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen Cloud-Anbieter das Konzepts eines Zero-Knowledge-Systems verfolgen“, so der immer noch in Moskau festsitzende ehemalige NSA-Mitarbeiter.

Als verlässlich in diesem Sinne bezeichnete Snowden den Anbieter ‚SpiderOak‘, der im Gegensatz zu Dropbox mit direkter Verschlüsselung arbeitet und „keinen Zugriff auf die Daten der Nutzer“ habe. Seines Wissens könne SpiderOak selbst dann keine Daten unverschlüsselt herausgeben, wenn ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss dies fordere. Der Grund liege darin, dass sie vom Nutzer verschlüsselt würden.

Zu den großen Internetunternehmen wie Google und Microsoft (Skype) befragt, erklärte Snowden: „Wir sollten ihnen nicht trauen, ohne zu überprüfen, wie sie unsere Daten verwenden.“ Das Prinzip ‚Zero Knowledge‘ greift hier offensichtlich nicht – ganz im Gegensatz zu neueren Unternehmen, die, wie CyberGhost, Privatsphäre nicht nur als Recht, sondern auch als modernes Geschäftsmodell für sich entdecken. So verfügt auch CyberGhost über keinerlei Anwenderdaten und schlägt den umgekehrten Weg der traditionellen Internetwirtschaft ein: Statt Kapital aus den persönlichen Daten der User zu schlagen, respektiert und schützt man die Privatsphäre und verdient sein Geld damit, sie auch vor anderen in Schutz zu nehmen.

Aber zurück zu Snowden, der wenig Chancen für ein faires Verfahren in seiner Heimat USA sieht und davon ausgeht, noch länger in Russland verweilen zu müssen. Zwar dürfte es seiner Ansicht nach schwer werden, 12 Geschworene zu finden, die ihn verurteilen würden, er macht sich aber keine falschen Hoffnung über die aktuelle politische Lage: „Die Verhandlungen sind festgefahren.“

Auf die Frage, ob er überwacht werde, antwortete Snowden, dass er es für sehr wahrscheinlich halte, sowohl von den USA als auch von  Russland beobachtet zu werden. Seine Zeit im ‚Exil‘ verbringt er unter anderem damit, Verschlüsselungswerkzeuge für Berufsgruppen wie Anwälte, Journalisten, Ärzte und Priester zu entwickeln. „Ein bedauerlicher Nebeneffekt der Entwicklung der neuen Überwachungstechniken besteht darin, dass die Arbeit von Journalisten unvergleichlich schwieriger als in der Vergangenheit geworden ist.”

Videointerview des Guardian mit Snowden

 

Copyright © 2014. Created by Meks. Powered by WordPress.