Category - Media

1
Wie ein modernes Internet aussieht: Beispiel Nordkorea
2
Dieses Let’s Play ist in deinem Land leider nicht verfügbar …
3
VPN To Go direkt im Browser: CyberGhost Free Proxy Add-on
4
Netflix erschwert Zugriffe via VPN – und wie man die Sperre umgeht
5
Beziehungsspionage: So häufig schnüffeln Liebende
6
Kinox.to-Razzia: Was droht den Usern jetzt?
7
Metadaten: unbedenklich, ungefährlich und nur von zweitrangiger Bedeutung?
8
Welttag gegen Internetzensur (World Day Against Cyber Censorship)
9
CyberGhost Testsystem online

Wie ein modernes Internet aussieht: Beispiel Nordkorea

Nordkorea hat die Lösung für alle wichtigen Internetprobleme der Gegenwart gefunden: 1) Nicht einzelne Seiten sperren, sondern freigeben (spart Arbeit), 2) ein eigenes nationales VPN aufbauen (schützt vor Angriffen von außen), 3) auf DNS-Server verzichten (keine Leaks) und 4) eine eigene Suchmaschine (werbefrei und ohne Tracking).

north korea internet

Wie man drauf kam? Ganz einfach: strenges Nachdenken. Und so präsentiert der für seine unkonventionelle Politik bekannt Staat ein Internet, das dank ausgeklügelter Datenkomprimierung auch noch ungemein performant ist, sozusagen als Sahnehäubchen oben drauf.

Die Basis: ein eigenes VPN

Das ausschließlich innerhalb der eigenen Staatsgrenzen verfügbare Korea-Internet grenzt sich zunächst aus Sicherheitsgründen komplett vom Rest der Welt ab. Weder NSA noch Google, weder Facebook noch GHCQ noch Netflix noch Amazon können so die wertvollen Daten der nordkoreanischen Bürger abschöpfen, analysieren und für Ihre Zwecke missbrauchen. Dadurch bleiben sie zu 100 % komplett in Besitz des Volkes, das ja bekanntlich der Souverän des kommunistischen Staates ist.

Die Struktur: Keine undemokratischen Seitensperren, nur freigegebene Websites

Durch die Ziehung notwendiger Grenzen entfällt die Notwendigkeit, potenziell gefährliche Seiten wie YouTube, 4chan, Hustler, ARD & ZDF und andere Wahrheitsverkünder zu sperren. Im Gegenteil, dadurch, dass alle im nordkoreanischen Netz verfügbare Seiten handverlesen, geprüft und explizit freigegeben sind, ließ sich die Gefahr auf null reduzieren. Sicherheitstechnisch ein voller Erfolg.

Keine Datenlecks durch Adressserver

Um der Gefahr durch Datenleaks durch DN-Server zu begegnen (DNS-Leaks) und die Bürger des Landes vor Phishingseiten und Zensur zu schützen, beschloss man kurzerhand, auf Adressserver zu verzichten und setzt stattdessen auf die Eingabe von Nummern. So ist 172.16.11.23 beispielsweise die Adresse der zentralen, unabhängigen Nachrichtenagentur des Vorbildstaates für ein modernes Internet – welche im Übrigen besonders gesichert und als einzige Webpräsenz auch aus dem Ausland heraus aufrufbar ist, beispielsweise für die vielen nordkoreanischen Touristen überall auf der Welt.

Eigene Suchmaschine

Lange Zeit war es für den Rest der Welt ein Rätsel, wie sich die Masse der nordkoreanischen Internetsurfer die Adressen der verfügbaren Webpräsenzen merken und sie verwenden konnte. Jetzt lüftete Aram Pan, ein Fotograf aus Singapur, der das Land für eine Fotoreportage bereiste, das Geheimnis: Überall im Land sind von der Regierung veröffentlichte Poster angebracht, die als Tracking-sichere Offline-Suchmaschine die Adressen aller 26 Websites beherbergen und mobil überall im Land mit hingenommen werden können, sozusagen als Handzettel für ein modernes Internet im Inland und als Instruktionen zum Nachbau für das hinterherhinkende Ausland.

 

ars technica: A handy cheat sheet for North Korea’s private “Internet”

Nordkoreanisches Internet-Poster, veröffentlicht von Aram Pan on DPRK360

Dieses Let’s Play ist in deinem Land leider nicht verfügbar …

Goldene Zeiten für Let’s Player und Gamer auf YouTubes neuer Gaming-Plattform? Vielleicht – eher aber wohl ein Alptraum, denn mit YouTube Gaming wird’s nicht einfacher oder vielfältiger für die Zielgruppe, zumindest nicht in Deutschland. Zusammen mit der geplanten Plattform führt Google auch das neue Echtzeit-Suchsystem ein, das urheberrechtlich geschützte (oder derartig deklarierte) Inhalte aufspürt und entsprechende Videos automatisch sperrt. Womit die GEMA-Sperren zu neuer Höchstform auflaufen dürften …

Bislang gestaltete sich die Suche nach urheberrechtlich geschützten Inhalten in Let’s Play-Streams noch relativ aufwändig und fehleranfällig und bescherte den jeweiligen Anbietern eine gepufferte Grauzone, in denen sie ihrem Hobby (oder Profession) ungestört nachkommen konnten. Dem Publikum gefällt’s. Doch das wird sich mit der beim herkömmlichen YouTube bereits eingesetzten neuen Echtzeit-Suche möglicherweise sehr schnell ändern. Besonders in Deutschland dürften dann dank der hierzulande besonders aktiven GEMA sehr viele Livestreams und Videos gesperrt werden.

Erst die Sperre, dann die Umleitung

Die Echtzeit-Suche vergleicht ständig nicht als privat gekennzeichnete Videos mit Referenzdateien der Rechteinhaber und sperrt bei Übereinstimmungen automatisch das jeweilige Video. Bestehende Werbeschaltungen werden dabei unterbrochen und Werbung zugunsten des Rechteinhabers geschaltet, bzw. die Einnahmen umgeleitet. Bei Live-Streams wird der Streamer zunächst gewarnt, damit er reagieren kann. Besteht der vermeintliche Urheberrechtsverstoß fort, wird der Stream gesperrt – selbst wenn es ein im Spiel laufender Song ist, für den vom Spieleanbieter bereits Lizenzen bezahlt wurden.

alarm_ghostie

Videosperren? Igitt …

Abhilfe

Der ältere Konkurrent Twitch ist von einem derartigen Suchsystem noch nicht betroffen, weshalb in nächster Zeit wohl kaum Streamer zu YouTube Gaming abwandern dürften. Nicht nur, dass Gamer bei Twitch bislang keine Angst haben mussten, bei InGame-Musik Probleme zu bekommen, selbst eine im Hintergrund laufende Playliste mit aktueller Musik führt dort (noch nicht) zu rechtlichen Problemen – auf YouTubes neuer Videoplattform undenkbar. Außer natürlich mit CyberGhost VPN und einem Server im Herkunftsland ;-). Dann sind zumindest die Streams aus dem Ausland gouttierbar …

Links:

https://support.google.com/youtube/answer/2797370?hl=de

https://gaming.youtube.com/coming_soon

http://www.twitch.tv/

VPN To Go direkt im Browser: CyberGhost Free Proxy Add-on

Klein, fein und häufig unterschätzt: Das Chrome- und Opera-Add-on ‚CyberGhost VPN – Free Proxy‘ verschafft auf Mausklick den schnellen Spaß bei blockierten Sportübertragungen, gesperrten YouTube-Videos und anderen regionalen Einschränkungen. Besser noch, denn die praktische Erweiterung für sofortiges anonymes Surfen ist direkt im Chrome- oder Opera-Browser aktivierbar, blitzschnell verfügbar und obendrein komplett kostenlos zu haben.

Chrome_Plugin_01

Zack – und steht!

Den großen Bruder kennt man – und wird ihn für die Komplettverschlüsselung aller Internetverbindungen eines Rechners oder mobilen Geräts auch weiterhin nicht missen mögen. Zum Gelegenheitsbrowsen Zuhause, auf Reisen und im Internetcafé, also praktisch immer dann, wenn man nicht erst umständlich einen Rundum-VPN bemühen möchte, bietet sich hingegen der schlanke Sofort-Anonymisierer ‚CyberGhost VPN – Free Proxy für Chrome und Opera’ an. Dieser baut dank moderner SPDY-Technik eine sofortige Umleitung der bereits bestehenden Internetverbindung zum leistungsfähigen CyberGhost-Netzwerk auf, verschlüsselt mit 256 Bit AES und sorgt so für Abhörschutz in öffentlichen WLANs. Gleichzeitig ermöglicht die App den weltweiten Zugriff auf regional gesperrte Inhalte und Plattformen wie Facebook, Pandora, Steam & Co – bspw. um beim neuesten Sportevent gebührend mitfiebern zu können oder blockierte YouTube-Videos abzuspielen.

Dank SPDY ausgesprochen Speedy

Chrome_Plugin_03

Frei! Keine Logs!

Das Add-on wird wie jedes andere Browser-Plug-in ohne langwieriges Setup eingespielt, benötigt keine Einstellungen und besitzt trotzdem die meisten Vorteile eines ausgewachsenen VPNs wie Schutz vor Datenspionen und den Austausch der IP-Adresse zur Anwender-Anonymisierung. Einmal installiert lässt es sich beliebig an- oder abschalten und ermöglicht auf Basis des modernen Internetprotokolls SPDY (ausgesprochen ‚Speedy‘) sogar schnellere Verbindungen als herkömmliche VPNs, die dann alle http- und https-Anfragen des Browsers über die CyberGhost-Server umleiten und die originalen IP-Adressen der Surfer effektiv schützen.

Leichter und schneller wird man kaum dazu kommen, unter ‚fremder Flagge’ zu surfen und regional begrenzte Angebote aufzurufen, beispielsweise aus den USA.

Chrome_Plugin_02

Mit einem Klick das Land wechseln!

Allerdings …

So praktisch ein Browser-Plug-In wie ‚CyberGhost VPN – Free Proxy für Chrome und Opera’ auch ist: Man sollte nie vergessen, dass die Privatsphäre eines Anwenders auch auf vielerlei andere Weisen gefährdet sein könnte. Ein Plug-in ist kein Rundum-Schutz und kann alle anderen Prozesse des Betriebssystems nicht berücksichtigen. Hier wird man dann doch lieber wieder auf den großen Bruder zurückgreifen wollen, um jede von einem Programm aufgemachte Internetverbindung zu tunneln und zu schützen.

Auch können Flash-Inhalte und unabhängig vom Browser laufende Dritt-Plug-ins am VPN-Plug-in vorbei Daten ins Netz senden, weshalb es sich empfiehlt, es durch die zusätzliche Installation eines Helfer-Plug-Ins wie ‚FlashControl‘ (ebenfalls im Marketplace erhältlich) zu unterstützen oder Flash generell zu deaktivieren. Moderne Streaming-Anbieter und andere Plattformen bieten deshalb neben Flash-Inhalten auch zusehends mehr HTML5-eingebettete Videos an.

Die Installation des CyberGhost Browser-Plug-Ins kann über den Chrome Web Store oder der Opera-Add-ons-Sammlung erfolgen.

Netflix erschwert Zugriffe via VPN – und wie man die Sperre umgeht

Mit der aktuellen Generation der Netflix-App werden offenbar VPN-Anwender aus regional unterschiedlichen Ländern vom beliebten Streaming-Service ausgeschlossen – wobei der Grund nicht klar scheint: Während Netflix erklärt, es habe keinerlei Änderungen in der Unternehmenspolitik VPNs gegenüber gegeben, vermuten zumindest wohlwollende Analysten den Versuch, durch Geschwindigkeitsoptimierungen den Dienst zu verbessern. Anderen hingegen gibt die zu diesem Zweck vorgenommene Hart-Verdrahtung von Google DNS-Server in der Android-App zu denken, da auf diese Weise effektiv die Nutzung regionaler Konten auf die jeweiligen Länder begrenzt werden kann und beispielsweise der Empfang von US-Streams von Deutschland aus unmöglich wird.

netflix_browser

Frohe Weihnachten von Netflix 🙁

Sozusagen als negatives Geschenk legte Netflix seinen Usern die neue Android-App ausgerechnet in den Weihnachtstagen unter den Tannenbaum, wobei der Nutzen des Updates zunächst im Unklaren blieb. Erst nachdem Anwender vergeblich versuchten, Streams aus den USA von außerhalb zu betrachten, stellte sich das Progrämmchen als ‘Du-musst-leider-hierbleiben’-App heraus, die mit einem Trick feststellt, aus welchem Land der jeweilige Kunde stammt und ob er oder sie berechtigt ist, einen bestimmten Inhalt zu betrachten.

Zu diesem Zweck trugen die Entwickler die Namensserver von Google fest ein, so dass die App diese auch dann anwählt, wenn der Anwender in den Netzwerkeinstellungen des Android-Geräts oder des Routers eine andere festlegte oder über einen VPN einloggt. Die anschließende Fehlermeldung verrät der App den tatsächlichen Standort des Users und legt die Vermutung nahe, dass ihr eigentlicher Zweck darin liegt, die Nutzung von Konten aus dem Ausland unmöglich zu machen. Ob neben der Android-App weitere Zugriffsmöglichkeiten wie Desktop-Browser, Smart Tvs und Spielekonsolen ebenfalls betroffen sind oder wann es der Fall sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Regionallizenzen erfordern kundenunfreundliche Inhaltssperren

Der Grund für das nutzerunfreundliche Verhalten der aktuellen Netflix-App scheint also der gleiche, der Filmfreunden seit Jahrzehnten das Leben schwer macht: geografisch unterschiedliche Lizenzverkäufe, die dafür sorgen, dass man ein Video zwar in einigen Regionen schauen darf, in anderen aber nicht – oder nur bei einem anderen Anbieter oder nur in der jeweiligen Landessprache und schon gar nicht kurz nach Veröffentlichung.

APKs helfen …

Immerhin kann man (noch) Abhilfe schaffen: Da nur die Versionsnnummer 3.7.2 der Netflix-App das Sperrverhalten zeigt, sollten Betroffene auf ältere Versionen zurückgreifen. Jene, die das Programm bislang nicht aktualisiert haben, sollten das Auto-Update deaktivieren, während alle anderen die aktuelle Netflix-App besser deinstallieren und sich im Netz den Vorläufer als APK-Datei besorgen und installieren (natürlich bei einem APK-Hoster seines Vertrauens).

Quelle: Forum XDA_Developer

Beziehungsspionage: So häufig schnüffeln Liebende

Von Geheimdiensten, Regierungen und großen Unternehmen erwarten Menschen heutzutage keine große Zurückhaltung mehr, wenn es darum geht, das Verhalten von Bürgern und Verbrauchern auszuspionieren. Vom eigenen Ehe- oder Lebenspartner hingegen schon – zumindest einseitig. Aber Erwartung und Realität können auch hier weit auseinander liegen und so nimmt so manche(r) Liebende(r) gerne einmal das Smartphone seiner/seines Liebsten näher in Augenschein, um sie oder ihn auf vermeintliche Verfehlungen abzuklopfen …

Gelegenheit macht Schnüffler

Einer Umfrage des Antiviren-Anbieters Avast in den USA zufolge geben einer von fünf Männern und eine von fünf Frauen zu, im Handy ihres Partners zu schnüffeln, wobei unverheiratete Frauen sich eher ‚aus purer Neugier‘ der Privatsphäre ihres Partners widmen und verheiratete zu einem Viertel unumwunden zugeben, nach Beweisen für Untreue zu fahnden. Ähnlich Männer, die ihren Frauen und Freundinnen auf die Schliche zu kommen versuchen. Beiden gemeinsam ist die große Gruppe derjenigen, die leider auch noch Recht behalten sollen. Über zwei Drittel der Frauen und mehr als die Hälfte der Männer konnten ihren jeweiligen Partnern nachweisen, offenbar mehrgleisig gefahren zu sein.

Umso erstaunlicher, dass viele Männer offenbar wenig Sicherheitsbewusstsein besitzen: Entweder richteten sie in ihrem Handy keinen PIN-Schutz ein – oder plauderten diesen bereitwillig ihren besseren Hälften aus. Vermutlich in besseren Zeiten. Bestätigt werden durch die Zahlen auch das alte Vorurteil, dass Frauen ihre Spuren offenbar besser vertuschen, wenn es erforderlich wird – oder Männer die gleiche Naivität, die sie beim Fremdgehen an den Tag legen, offenbar auch dann besitzen, wenn sie den Partner verdächtigen, das Gleiche zu tun.

Schlussfolgerungen

Vermutlich um der Unzucht ein wenig Vortrieb zu leisten, empfiehlt Avast den Schutz des Handys oder Smartphones durch Aktivierung eines PIN-Codes, die Verschlüsselung sensibler Apps und die regelmäßige Entrümpelung durch Löschung oder Verschieben alter Daten auf PC oder Festplatte – was aber wohl nur dann richtig klappen kann, wenn nicht beide Seiten um die Backup-Möglichkeiten der jeweils anderen, besseren Hälfte wissen …

Avast: Der Spion in meinem Bett: Frauen und Männer schnüffeln oft im Handy ihres Partners

Kinox.to-Razzia: Was droht den Usern jetzt?

Nach der überraschenden Wochenend-Razzia bei den Betreibern des populären, aber leider auch illegalen Streaming-Anbieters Kinox.to steht bei vielen verunsicherten Anwendern die große Frage im Raum: Was ist mit den gesicherten IP-Adressen?

In vier Bundesländern haben am vergangenen Wochenende Ermittler gleichzeitig Razzien gegen die Kinox.to-Betreiber durchgeführt, ein Streaming-Onlineportal, das auf illegal angebotene Medien, in erster Linie aktuelle Kinofilme, verlinkt. Insgesamt wurden sechs Wohn- und Geschäftsräume durchsucht, Vermögenswerte sichergestellt und die beiden Hauptverdächtigen aus Lübeck europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Sie befinden sich seitdem auf der Flucht. Ebenfalls in den Händen der Fahnder: Die IP-Adressen der Anwender des Portals.

Millionengeschäft illegales Streaming

Über Kinox.to ließen sich wie beim Vorgänger Kino.to aktuelle Kinohits als Raubkopien betrachten. Deren Betreiber wurden bereits 2012 in Haft genommen und teilweise zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Die ‚Nachfolger‘ standen offenbar in Kontakt zu den kino.to-Betreibern, übernahmen nach deren ‚Ausfall‘ nahezu das komplette System und verdienten wahrscheinlich weitere Millionen mit Onlinewerbung sowie Abos für Filehoster. Auf denen lagerten oft die von Nutzern illegal erstellten Inhalte, auf die kinox.to verwies.

Gleich stark wie die Popularität des illegalen Streamingdienstes sehen derzeit die Kopfschmerzen der User aus, deren IP-Adressen den Fahndern zufielen und die jetzt juristische Konsequenzen befürchten. Allgemein geben IT-Rechtsanwälte und –Spezialisten allerdings Entwarnung – wenn auch mit Bedenken.

Der reine Konsum von Streamingdiensten ist nicht automatisch rechtswidrig

So erklärt der auf Urheberrechtsfragen spezialisierte Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei WBS, dass es seiner Rechtsauffassung nach zu keinen Ermittlungen gegen einzelne Nutzer kommen wird, allerdings sei es möglich, dass jene belangt werden, die für Streams bezahlt haben oder einen der Downloaddienste der kinox.to-Betreiber nutzten.

Die vorläufige Entwarnung gilt somit im Prinzip nur für jene Nutzer mit bekannten IP-Adressen, die einen Film zum Streamen im Zwischenspeicher geladen, nicht aber auf Festplatte dauerhaft abgelegt haben. Auch haben Nutzer, deren Besuch zum Zeitpunkt der Razzia länger als sieben Tage zurückgelegen hat, wenig zu befürchten, da die meisten Provider die Daten bereits vorher löschen.

Kinox.to als Honeypot?

Nahrung für Gerüchte, dass die Nutzer so sicher denn doch nicht sind, liefert derzeit die Tatsache, dass die illegalen Angebote immer noch online verfügbar sind und nicht vom Netz genommen wurden. Den Vermutungen einiger intimer Szenekenner nach betreibt die Staatsanwaltschaft die Seiten derzeit als ‚Honeypot‘ weiter, um die IP-Adressen derjenigen zu sammeln, die das Portal auch jetzt noch nutzen.

Metadaten: unbedenklich, ungefährlich und nur von zweitrangiger Bedeutung?

Metadaten mögen vieles sein, eines allerdings nicht: zweite Wahl. Im Gegenteil, sie sind durchaus in der Lage, Menschen selbst dann zu durchleuchten, wenn diese gerade einmal nicht direkt abgehört werden. Das haben mittlerweile verschiedene europäische Verfassungsgerichte so erkannt und dargelegt und vor kurzem auch der Europäische Gerichtshof, der die Europa-weit eingeführte Vorratsdatenspeicherung, die sich eben jener Daten widmet, schlichtweg aus der Agenda strich.

Leider verhindert die Einsicht und das demokratische Rechtsverständnis professioneller Juristen nicht die Uneinsichtigkeit und Unvernunft vieler Politiker, Polizisten und Geheimdienste, die in dem Werkzeug ‚Vorratsdatenspeicherung‘ trotz aller Grundrechtseingriffe nach wie vor das geeignete Mittel erkennen wollen, Straftaten im Bereich der Schwerstkriminalität aufzuklären. Dabei bereichern sie die deutsche Sprache nicht nur mit neuen, unnützen und unlogischen Steigerungsformen, sondern ignorieren auch alle Erkenntnisse über die Tiefe der Eingriffe in die Privatsphären der Menschen, die eine Vorratsdatenspeicherung mit sich bringt. Denn: Metadaten, also jene Daten über dein Kommunikationsverhalten, sind für staatliche Dienste wie für Hacker und andere Kriminelle mindestens so interessant wie die Inhalte selbst. In vielen Fällen sogar interessanter, denn hier müssen keine Lügen, Selbstlügen, geschönte Tatsachen und sonstige Verdrehungen, die in üblichen Gesprächen an der Tagesordnung sind, ausgefiltert und interpretiert werden.

Metadaten repräsentieren Fakten; in aller Regel wird man nicht mal so eben mit einer Pistole vor der Nase gezwungen, bestimmte Webseiten aufzurufen oder Personen zu kontaktieren. Metadaten verraten unleugbar, wie lange du mit wem telefonierst, wo du dich dabei aufhältst, wem du simst, wem du E-Mails schickst und welche Anlaufstellen du im Internet besitzt. Außerdem dabei: Öffentliche Statements auf beliebten Plattformen wie Facebook, YouTube, Google und Yahoo, wobei die Extraktion deiner echten sexuellen Orientierung dabei noch die harmloseste Anwendung darstellt. Ein wenig heikler ist dann bereits deine politische Einstellung – und beides zusammen unter Umständen hochbrisant mit verwertbarem Erpressungspotenzial; und das nicht nur, wenn du ein konservativer, homophober Hardliner mit bisexuellen Tendenzen bist.

Wie brisant Metadaten genau sein können (nämlich dann, wenn sie abgehört werden), hat der Grünen-Politiker Malte Spitz bereits vor knapp drei Jahren eindrucksvoll skizziert und auf Zeit Online veröffentlicht. Eine ähnlich eindrucksvolle Präsentation des eigenen Lebens gelang jetzt auch dem Schweizer Politiker Balthasar Glättli, der seine Vorratsdaten aus sechs Monaten visualisieren und jene von anderen Menschen, darunter seine Frau, gleich mit einfließen ließ. „Daraus,“ so die Neue Zürcher Zeitung, „lässt sich ein Kontaktnetzwerk spinnen, welches auch Rückschlüsse auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Adressaten erlaubt.“ Und: „Der anfänglichen Euphorie für das politische Statement gegen die Vorratsdatenspeicherung“ sei mit Fortgang des Experiments schnell einem Gefühl der Entblößung gewichen: „Man fühlt sich ziemlich schnell nackt,“ sagte Glättli zu seiner politischen Aktion.

Wie kann man sich schützen? Geht es überhaupt? Ja, allerdings nur auf die harte Tour. Ohne Verhaltensänderung wird es nichts werden – zumindest so lange nicht, wie der aktuelle Gleichmut vieler Bürger Privatsphärenverletzungen gegenüber als stillschweigende Akzeptanz interpretiert wird und als Rechtfertigung, die Daumenschrauben mit den nächsten Forderungen zur ‚Sicherheit aller‘ noch ein wenig stärker anzuziehen. Eine Maßnahme unter anderen ist dabei: Ein VPN für Surfausflüge nützen – eines wie CyberGhost natürlich, ohne Logs und mit starker Verschlüsselung. Damit fällt die Sammlung und Analyse der besuchten Webseiten bereits unter den Tisch – vorausgesetzt natürlich, man beachtet weitere einfache Sicherheitsregeln wie beispielsweise den Verzicht auf soziale Netzwerke während einer anonymen Sitzung.

Und zur Beruhigung: VPN klingt zunächst einmal teuer und kompliziert – mit CyberGhost ist es aber weder noch. Zur Installation reicht ein Klick und zur Anonymisierung nur noch ein weiterer – wenn man will auch komplett kostenlos im Free Service. Ausprobieren? Gerne: Download.

Welttag gegen Internetzensur (World Day Against Cyber Censorship)

6. weltweiter Protesttag gegen Zensur und Repressionen im Internet

61 Tage ist 2014 gerade einmal alt und wurde in dieser kurzen Zeitspanne bereits Zeuge des gewaltsamen Todes von 7 Journalisten, Online-Aktivisten und Bürgerreportern, den Verhaftungen von 341 tätigen Journalisten und Internet-Bürgerrechtlern sowie ungezählter Repressalien und Zensureingriffe gegen Blogger und Onlinenutzer.

censorship

2013 sah es nicht besser aus, 2012 ebenfalls nicht und auch die Jahre davor hoben sich bestenfalls marginal vom politischen Allerlei ab, den endlosen Scharmützel um Macht und Einfluss und der schnellen Bereitschaft, dafür die Rede- und Pressefreiheit als Kollateralschäden abzuschreiben und jene Menschen zu opfern, für die beides nicht nur Wörter ohne Inhalt sind.

Ein Zeichen gegen den Trend setzen soll der weltweite Tag gegen Zensur und Repression im Internet, der seit 2009 von Amnesty International und Reporter ohne Grenzen jedes Jahr aufs Neue initiiert wird. Mitmachen kann jeder – und Gründe dafür haben alle, denn die Zeiten, in denen die Presse- und Redefreiheit nur bei den üblichen Verdächtigen und Schurkenstaaten bestenfalls auf dem Papier bestand, sind längst vorbei. Spätestens seit Edward Snowden ist nicht nur bekannt, wie stark das Internet zu einer gigantischen Abhörmaschine umgebaut wurde, sondern auch, wie wenig Skrupel die Verantwortlichen der westlichen, freien Welt jenen Journalisten gegenüber besitzen, die nicht daneben stehen und klatschen, wenn die Grundpfeiler der demokratischen Wertewelt demontiert werden, sondern unermüdlich die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß der Überwachung informieren.

Ein Zeichen setzen kannst auch du: Engagiere dich mit den Veranstaltern für die Meinungsfreiheit im Internet, indem du das Banner zum Aktionstag auf deiner Website stellst und/oder dein Profilbild auf Facebook oder Twitter änderst. Hier steht beschrieben, wie es funktioniert. Die Grafiken findest du ebenfalls dort.

WDACC_01

Auch CyberGhost ist dabei: Zum Schutz von Journalisten, Aktivisten und Bürgerrechtlern weltweit öffnen wir ihnen unseren VPN-Dienst zu Sonderkonditionen, denn Onlinezensur ist nur eine Facette der Demontage des Internets. Überwachung und Datenspionage sind die anderen, und je lückenloser Letztere ausgeführt werden, desto effektiver wirken Zensur und Repressionen. Eine formlose Mail mit dem Betreff ‘WDACC’ und Nachweis der Tätigkeit an [email protected] reicht, wir setzen uns mit dir in Verbindung und überlassen dir nach Prüfung der Berechtigung einen abhörfreien Zugang zum CyberGhost-Netz, inklusive Schulung für Unerfahrene in Sachen Verschlüsselung, spurenfreie Recherche und Informantenschutz. Und damit uns niemand blind vertrauen muss: Wir laden ferner IT-Spezialisten unter den betroffenen Personenkreisen, beispielsweise Netzaktivisten, zum Quellstudium unserer Software ein.

Der ehemalige deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich brachte es übrigens unbeabsichtigt enthüllend auf den Punkt, als er angesichts der jüngsten Geheimdienste-Skandale den Rückzug des Staates auch aus dieser Verantwortung proklamierte: Wem Privatsphäre wichtig sei, der müsse halt selbst Sorge für dessen Erhalt tragen und nicht auf den Nationalstaat hoffen. In diesem Sinne: Setzt weiter Zeichen – und schützt euch durch Verschlüsselung bei jeder Gelegenheit. Mit PGP oder SMIME beim Mailen, mit Datencontainern in der Cloud – und mit einem VPN beim Surfen.

PS: Die Liste der ‚Feinde des Internets‘ der Journalistenvereinigung ‚Reporter ohne Grenzen‘ kann online als PDF abgerufen werden. Ganz oben mit dabei: der freie Westen in Form der Geheimdienste NSA und GHCQ und das Geschäft mit Überwachungssoftware.

 

Verwandte Artikel:

Erdogan sperrt Twitter

10.000 Gratis-Premium-Lizenzen für die Türkei

Und zack, nun sind es bereits 30.000 Unterstützer-Lizenzen für die Türkei

CyberGhost Testsystem online

Der CyberGhost Client bietet seit längerem die Möglichkeit, zwischen verschiedenen CyberGhost-Netzwerke zu wechseln. Bisher war allerdings immer nur unser Haupt-Netzwerk in Erfurt, Deutschland verfügbar. Nun haben wir seit heute ein zweites CyberGhost-Netzwerk in Betrieb genommen, welches aber vorerst im Test-Modus läuft.

Test-Modus bedeutet, dass derzeit nur ein Premium-Server online ist. Für testwütige Nutzer bedeutet das, dass ihr euch mit euren Accountdaten am Test-System einloggen könnt und dort alle Funktionen ausprobieren könnt, die auch im bestehenden Netzwerk zur Verfügung stehen.

Wie verbinde ich mich mit einem anderen Netzwerk?

Hierzu muss die Einstellung “Automatischer Login” deaktiviert sein. Wenn das CyberGhost Login-Fenster erscheint, findet ihr oberhalb der Eingabe-Felder für Benutzername und Passwort den Eintrag Netzwerk: CyberGhost VPN – Erfurt (DE). Durch einen Klick auf den Namen erscheint ein Fenster, in welchem man eines der verfügbaren Netzwerke auswählen kann:

Login-Maske mit Netzwerk-Auswal

Hier wählt man das CyberGhost VPN Testsystem:

CyberGhost Netzwerk-Auswahl

Wenn das Netzwerk ausgewählt wurde, erscheint es im Login-Fenster. Ab nun kann man sich am neuen Netzwerk anmelden — natürlich mit den bestehenden Zugangsdaten.

Wir bitten euch, das Test-Netzwerk ausgiebig zu testen. Sollten dabei Fehler oder Probleme auftauchen, postet diese bitte in das entsprechende Forum.

Copyright © 2014. Created by Meks. Powered by WordPress.