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Welttag gegen Internetzensur (World Day Against Cyber Censorship)
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Überwachung hui, Street View pfui?
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Wichtiges Sicherheits-Update für iOS-Nutzer

Welttag gegen Internetzensur (World Day Against Cyber Censorship)

6. weltweiter Protesttag gegen Zensur und Repressionen im Internet

61 Tage ist 2014 gerade einmal alt und wurde in dieser kurzen Zeitspanne bereits Zeuge des gewaltsamen Todes von 7 Journalisten, Online-Aktivisten und Bürgerreportern, den Verhaftungen von 341 tätigen Journalisten und Internet-Bürgerrechtlern sowie ungezählter Repressalien und Zensureingriffe gegen Blogger und Onlinenutzer.

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2013 sah es nicht besser aus, 2012 ebenfalls nicht und auch die Jahre davor hoben sich bestenfalls marginal vom politischen Allerlei ab, den endlosen Scharmützel um Macht und Einfluss und der schnellen Bereitschaft, dafür die Rede- und Pressefreiheit als Kollateralschäden abzuschreiben und jene Menschen zu opfern, für die beides nicht nur Wörter ohne Inhalt sind.

Ein Zeichen gegen den Trend setzen soll der weltweite Tag gegen Zensur und Repression im Internet, der seit 2009 von Amnesty International und Reporter ohne Grenzen jedes Jahr aufs Neue initiiert wird. Mitmachen kann jeder – und Gründe dafür haben alle, denn die Zeiten, in denen die Presse- und Redefreiheit nur bei den üblichen Verdächtigen und Schurkenstaaten bestenfalls auf dem Papier bestand, sind längst vorbei. Spätestens seit Edward Snowden ist nicht nur bekannt, wie stark das Internet zu einer gigantischen Abhörmaschine umgebaut wurde, sondern auch, wie wenig Skrupel die Verantwortlichen der westlichen, freien Welt jenen Journalisten gegenüber besitzen, die nicht daneben stehen und klatschen, wenn die Grundpfeiler der demokratischen Wertewelt demontiert werden, sondern unermüdlich die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß der Überwachung informieren.

Ein Zeichen setzen kannst auch du: Engagiere dich mit den Veranstaltern für die Meinungsfreiheit im Internet, indem du das Banner zum Aktionstag auf deiner Website stellst und/oder dein Profilbild auf Facebook oder Twitter änderst. Hier steht beschrieben, wie es funktioniert. Die Grafiken findest du ebenfalls dort.

WDACC_01

Auch CyberGhost ist dabei: Zum Schutz von Journalisten, Aktivisten und Bürgerrechtlern weltweit öffnen wir ihnen unseren VPN-Dienst zu Sonderkonditionen, denn Onlinezensur ist nur eine Facette der Demontage des Internets. Überwachung und Datenspionage sind die anderen, und je lückenloser Letztere ausgeführt werden, desto effektiver wirken Zensur und Repressionen. Eine formlose Mail mit dem Betreff ‘WDACC’ und Nachweis der Tätigkeit an [email protected] reicht, wir setzen uns mit dir in Verbindung und überlassen dir nach Prüfung der Berechtigung einen abhörfreien Zugang zum CyberGhost-Netz, inklusive Schulung für Unerfahrene in Sachen Verschlüsselung, spurenfreie Recherche und Informantenschutz. Und damit uns niemand blind vertrauen muss: Wir laden ferner IT-Spezialisten unter den betroffenen Personenkreisen, beispielsweise Netzaktivisten, zum Quellstudium unserer Software ein.

Der ehemalige deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich brachte es übrigens unbeabsichtigt enthüllend auf den Punkt, als er angesichts der jüngsten Geheimdienste-Skandale den Rückzug des Staates auch aus dieser Verantwortung proklamierte: Wem Privatsphäre wichtig sei, der müsse halt selbst Sorge für dessen Erhalt tragen und nicht auf den Nationalstaat hoffen. In diesem Sinne: Setzt weiter Zeichen – und schützt euch durch Verschlüsselung bei jeder Gelegenheit. Mit PGP oder SMIME beim Mailen, mit Datencontainern in der Cloud – und mit einem VPN beim Surfen.

PS: Die Liste der ‚Feinde des Internets‘ der Journalistenvereinigung ‚Reporter ohne Grenzen‘ kann online als PDF abgerufen werden. Ganz oben mit dabei: der freie Westen in Form der Geheimdienste NSA und GHCQ und das Geschäft mit Überwachungssoftware.

 

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Überwachung hui, Street View pfui?

Wir erinnern uns: Als vor einigen Jahren die Google-Autos mit ihren weit oben angebrachten Kameras Deutschlands Straßen kartographierten und dem hauseigenen Street View einverleibten, war die Empörung groß. Landauf, landab verfielen Hausbesitzer in nackte Panik, dunkle Elemente könnten die Daten nutzen, ihren nächsten Einbruch zu planen, und setzten alles daran, zumindest ihren Immobilienbesitz unkenntlich zu machen, wenn schon nicht, das komplette Projekt zu Fall zu bringen.

Was aber am meisten erstaunt: Zur gleichen Zeit, als Googles‘ Autos Häuserfassaden, Mauern, Hecken, Kinderspielplätze samt aktivem Straßenleben festhielten, notierte sich der Konzern auch die Kennungen der funkenden WLANs auf der Route. Trotzdem richtete sich der Protest einzig an das Ablichten des jeweiligen Eigentums, während die Schaffung der flächendeckenden WLAN-Karte weiträumig ignoriert wurde – obwohl sich mit einer solchen Karte die Standorte jener Internetreisenden erfassen lassen, die sich ansonsten beharrlich weigern, Google ihren Standort preiszugeben. Für Google eine einfache Sache: Weiß man, wo Nachbar A und C liegen, weiß man auch, wofür sich der dazwischenliegende B interessiert.

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Was macht den Unterschied aus? Warum fürchten viele Menschen zwar, dass fiktive Feinde mit Googles Hilfe einen Panzer in ihren Vorgarten schicken könnten, bleiben bei realen starken Einbrüchen in ihre Privatsphäre aber erstaunlich gelassen? Wieso raubt der Gedanke an Diebe im Gartenhäuschen den Menschen eher den Schlaf als die Tatsache, flächendeckend von der Wirtschaft, dem Staat und Geheimdiensten (die offenbar ein Eigenleben neben dem Staat führen) ausspioniert zu werden? Wieso üben sich so viele Menschen eher im Wegducken, als auf ihre Rechte zu pochen? Rechte, für die immerhin vorige Generationen einen hohen, oftmals blutigen Preis bezahlt haben.

Mangelnde Phantasie? Möglicherweise, denn nur wenige vermögen sich vorzustellen, wie leistungsfähig technische Systeme heutzutage sind und wie sie aus Kauf- und Surfgewohnheiten sexuelle Vorlieben und im Endeffekt auch die nächsten Pläne extrahieren, noch bevor man selbst es ahnt. Auch besitzen abstrakte Bezeichnungen wie ‚Big Data‘ wenig Aussagekraft, wenn das Verständnis von Privatsphäre bislang darauf beschränkt war, die Badezimmertür abzuschließen, wenn man auf dem Klo sitzt.

Unwissenheit? Auch zum Teil, wenngleich die Medien durchaus die Abschaffung der Privatsphäre (nicht nur im Internet) diskutieren und den ehemals geheimen, seit Snowdon aber offensichtlichen, Umbruch im Umgang ‚der Großen‘ mit dem kleinen Bürger thematisieren.

Dummheit? Wohl leider auch zu einem Teil, denn das Nachplappern von Phrasen, mit denen berechtigte Einwände wegdiskutiert werden (‚Wer nichts zu verbergen hat …‘), ersetzt leider keine Beschäftigung mit dem Thema.

Bequemlichkeit? Muss auch angeführt werden, denn die Einsicht, dass sich Wirtschaft und Staat mehr und mehr Rechte herausnehmen und zusehends Bereiche in Beschlag nehmen, die ihnen eigentlich verschlossen bleiben sollten, erzwingt Gegenmaßnahmen, egal welcher Art: Politische Umorientierung, bewussteres Verhalten im Internet, Verschlüsselung.

Desinteresse? Scheint ebenfalls ein Grund dafür zu sein, dass die Gefährdung der Bürgerrechte nicht oder nur als Small Talk-Element wahrgenommen wird. Solange sich Ü-30er wie 20-jährige (die ein angeborenes Recht darauf haben) nur für die nächste Weekend-Party interessieren, bleiben die Bestrebungen der Profiteure einer geschwächten Privatsphäre natürlich ungestört.

Fatalismus und Schicksalsergebenheit? Angst, sich verdächtig zu machen? Zeitmangel? Zu sehr mit Überleben beschäftigt? All das wohl auch – wobei dann die Frage im Raum steht, wer denn eigentlich nichts gegen die all-umfassende Überwachung unternimmt, weil er oder sie tatsächlich Angst vor Terroristen hat? Zumal dies die einzige Gruppe zu sein scheint, für die man dieses Werkzeug offenbar benötigt. Andere Ziele wie Pädophile und Cyberkriminelle sind laut britischem Geheimdienst GHCQ sowieso unter dem Radar. Dort weigerte man sich sogar, einem Gericht Beweismittel zur Verfügung zu stellen. Begründung: ‚Man wolle nicht, dass die Bevölkerung erfährt, zu was man alles in der Lage sei.“

Wie seht ihr es? Was für Gründe macht ihr aus? Und, noch viel wichtiger: Was lässt sich dagegen tun? Wie kann man den beängstigenden Gleichmut weiter Teile der Bevölkerung aufbrechen? Was würdest du vorschlagen? Schreibe uns via [email protected] an und lasse uns an deinen Gedanken teilhaben.

Und da wir gerade dabei sind: Passend zum Thema die  Ausgabe der Red Couch über Bots, Hacks, Cyberattacken und deine Eltern:

(Deutsche Untertitel lassen sich nach einem Klick auf ‘Auf YouTube ansehen’ hinzuschalten)

Wichtiges Sicherheits-Update für iOS-Nutzer

Alle iPhone-, iPad- und iPod touch-Besitzer sollten ihr jeweiliges Gerät so schnell wie möglich auf die aktuelle Version 7.0.6 updaten, um die schwere Sicherheitslücke betreffend SSL-Verbindungen zu beheben.

iPhone

  1. Gehe zu ‘Einstellungen > Allgemeines > Software-Update’.
  2. Findest du dort die Meldung ‘Deine Software ist aktuell’ vor, ist alles in Ordnung und du kannst dich anderen Dingen widmen.
  3. Fordert das Gerät dich auf, zu aktualisieren, tue es, um die schweren Sicherheitslücken zu schließen.

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