Was will das FBI von Apple?

In den vergangenen Tagen war viel davon zu lesen, wie sich Teile der US-IT-Wirtschaft gegen die Spionagepläne der US-Regierung wehren – ausgelöst durch Apples Weigerung, das Telefon eines Tatverdächtigen zu hacken und zukünftig Hintertüren für Geheimdienste einzubauen. Aber was genau ist es eigentlich, das von Apple verlangt wird? Und warum ist es so wichtig, dass das Unternehmen widersteht? Auch hinsichtlich VPNs …

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Zunächst einmal: Zum ersten Mal in der Geschichte fordert die Regierung ein Unternehmen nicht einfach nur zur Unterstützung bei der Aufklärung einer Straftat auf, wogegen niemand wirklich etwas vorzutragen hätte, sondern verlangt öffentlich, dass Apple für seine Geräte eine komplett neue Software entwickele, die dessen hauseigene Sicherheitsfunktionen überflüssig werden ließe. Sicherheitsfunktionen, die jeden Apple-Anwender betreffen und jeden, der mit einem Apple-Anwender kommuniziert, und die essenziell sind, digitale Straftaten zu verhindern. Unterm Strich will man das Unternehmen dazu zwingen, einen Master-Schlüssel anzufertigen, mit dem jedes einzelne iOS-Gerät aufgeschlossen werden kann.

Was soll anders werden?

Hierbei sind es vor allem drei Dinge, die das Unternehmen integrieren soll:

  • iOS kann so eingestellt werden, dass es die internen Schlüssel nach 10 erfolglosen Passwort-Eingaben löscht. Das FBI möchte eine Software ohne diese Funktion.
  • iOS verlängert nach jeder erfolglosen Passwort-Eingabe zum Entsperren eines Geräts die Pause, bis ein weiterer Versuch unternommen werden darf. Das FBI möchte, dass die neue Software unendlich viele Eingaben ohne Pausen akzeptiert.
  • iOS verlangt, dass individuelle Passwörter von Hand eingegeben werden. Das FBI möchte die Möglichkeit, das Passwörter auch elektronisch eingegeben werden können, damit man eine Vielzahl Möglichkeiten in kurzer Frist automatisch abarbeiten lassen kann.

Gäbe man dem Ansinnen nach, drohe dem Unternehmen nicht nur ein höherer Imageverlust, als es nach den Snowden-Enthüllungen bereits hat einstecken müssen, sondern es entstände eine fatale Situation für Bürger und Wirtschaft gleichermaßen. Per Default eingebaute Hintertüren stünden nicht nur der eigenen Regierung zur Verfügung, sondern potenziell allen anderen ebenso, allen voran die vom Westen zum Erzfeind erkorenen Staaten Iran, Nordkorea und Russland, aber auch den konkurrierenden nationalen Wirtschaften Chinas und anderswo, jedem Hacker und nicht zuletzt jedem Cyberkriminellen. Zu glauben, dass nur die eigenen Leute zum Wohl aller Bürger an gesperrte Daten heran wollen, ist mehr als blauäugig und offenbart eher, wie sehr sich das Denken von Polizei und Geheimdiensten in nur noch eine Richtung entwickelt: der Annäherung an die totalen Überwachung mit sich selbst als Lichtgestalten des Planeten, moralisch unanfechtbar und nahezu unkontrollierbar sowieso.

Ein weiterer Schritt Richtung 1984 2.0

Und es wäre nur der erste Schritt, denn ist die Bastion der Geräte erst einmal gefallen, stehen VPNs als nächstes Ziel auf der Abschussliste. Scheitert Apples Weigerung vor Gericht, ist die Erzwingung von Hintertüren für verschlüsselte Internetnutzung über virtuelle Netzwerke nur eine Frage der Zeit. Und abgesehen davon: US-Unternehmen agieren global. Mit welcher Begründung kann man der chinesischen Regierung vorenthalten, was man der eigenen gewährt? Und der iranischen? Wer hat dann das letzte Wort, wenn es darum geht, die Bösen von den Guten zu trennen? Und worin genau unterscheidet sich russische Massenüberwachung noch einmal von der US-amerikanischen?

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CyberGhost VPN - Uli
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3 Comments

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  • 14. März 2016

    Ich weiss nicht wo ich das was ich schreiben möchte, sonst unterbringen soll, deshalb an dieser Stelle.
    CyberGhost kann es gerne woanders unterbringen, wo es eher hingehört.

    Es betriff Netflix via CyberGhost.
    Seit 2 Tagen ist es mir nicht mehr möglich, Netflix über CyberGhost zu benutzen.
    Es kommt nur noch folgende Fehlermeldung (die nicht ganz richtig ist):

    • Die Fehlermeldung ist untergegangen, weil ich wohl das HTML falsch angewendet habe.

      Deshalb hier die Fehlermeldung noch einmal im Original:

      Whoops, something went wrong…
      Streaming Error

      You seem to be using an unblocker or proxy. Please turn off any of these services and try again. For more help, visit netflix.com/proxy.

      • Netflix bereitet derzeit allen VPN-Anbietern starke Kopfschmerzen. Lese hierzu bitte auch den letzten Blog-Artikel ‘Netflix blockt …’

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