What’s app today? So integriert Facebook deine WhatsApp-Daten – und was du dagegen machen kannst

Was Datenschützer und User mit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook von Anfang an befürchteten, wurde nun eingeleitet: Die Aufnahme privater WhatsApp-Daten in den Mutterkonzern, mit alarmierenden Konsequenzen für die Privatsphären der Nutzer.

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Zwar beinhaltet die neue Datenschutzrichtlinie, die mehr als funktionelles ‚Update‘ verkauft wird, auf den ersten Blick nur marginale Änderungen, der Teufel liegt aber, wie so oft, im Detail. In diesem Fall sind es die erweiterten Infos zu den neuen Bestimmungen, die nur durch einen Klick auf ‚Mehr lesen‘ aufgerufen werden können (aber trotzdem mit abgenickt werden) und den wahren Charakter enthüllen. Auch versteht man sich gut in Wortfindungsübungen und betont in der ersten Änderung der WhatsApp-Datenschutzrichtlinie seit 2012, dass private Daten wie Telefonnummer, Kontaktlisten und Nachrichten nicht auf Facebook geteilt werden, vergisst dabei aber zu erwähnen, was es bedeutet, dass sie mit Facebook geteilt werden. Also Facebook und allem, was dazu gehört, im Update als ‚Facebook-Unternehmensfamilie‘ bezeichnet.

Der Grund für die Änderungen: ‚Verbesserungen deiner Facebook-Anzeigen und Produkterfahrungen‘. Dadurch soll sich Spam minimieren und die Unternehmens-Nutzer-Kommunikation verbessern lassen, bspw. durch gezielte Benachrichtigung, falls sich ein Flug verspätet. Im Klartext heißt das: Noch zielgenauere Werbung. Und zwischen den Zeilen: Die Verzahnung der Dienste wird zukünftig starke Auswirkungen auf deine Privatsphäre besitzen, denn nutzt du beide Dienst, greift Facebook in Zukunft auf die unterschiedlichsten WhatsApp-Daten zu, darunter neben der Telefonnummer und der Kontaktliste auch auf andere Metadaten und umfangreiche Nutzungsinformationen, bspw. wann du das letzte Mal auf welchem Gerät WhatsApp verwendest hast und welches Betriebssystem dein Gerät verwendet. Damit erhält der Konzern Wissen über deine Kommunikationsaktivitäten, deine persönlichen Beziehungen und Gewohnheiten und erlaubt die Preisgabe privater WhatsApp-Kontakte im öffentlicheren Facebook, bspw. indem deine Telefonkontakte Facebook-Nutzern als neue Freunde vorgeschlagen werden. Allesamt übrigens Daten, über die sich auch Staat und Ermittlungsbehörden freuen, denn WhatsApp gehört immer noch zu jenen Unternehmen, die Anwender nicht über Datenabfragen seitens Behörden informieren.

 

Geschickt versteckt sind auch die Möglichkeiten für bestehende User, aus der Nummer herauszukommen und so etwas wie Kontrolle darüber zu erlangen, wie die eigenen Daten verwendet werden dürfen und Privatsphäre erhalten bleibt (neue Anwender besitzen sowieso nur die Möglichkeit, zu akzeptieren oder auf WhatsApp zu verzichten). Aber immerhin, es gibt sie, wenn auch nur noch bis zum 25. September:

  1. Das Update erscheint als Mitteilung darüber, dass neue Features die Einwilligung in geänderte AGBs und Datenschutzrichtlinien benötigen. Direkt darunter ist neben dem Hinweis, dass man bis zum 25. September Zeit habe, danach aber nicht mehr WhatsApp nutzen könne, eine unübersehbare grüne Schaltfläche, mit der man sein Einverständnis erklärt. Diese Schaltfläche NICHT berühren. Stattdessen auf den Link darunter tippen, der weitere Informationen verspricht.
  2. Im nächsten Bildschirm bis zum Ende herunterscrollen und das Häkchen aus der dort befindlichen Checkbox entfernen. Danach taucht eine Info auf, dass man seine Facebook-Erfahrung nicht verbessern könne.
  3. Ist das Häkchen verschwunden, tippe auf die Einverständnis-Schaltfläche.

Hast du dein Einverständnis bereits voreilig kundgetan, besitzt du 30 zusätzliche Tage, um dies ein für alle Mal zu widerrufen.

  • Tippe auf die drei Punkte oben rechts im WhatsApp-Bildschirm, rufe die Einstellungen auf und wechsele dort in ‚Account‘.

  • Entferne das Häkchen aus ‚Meine Account-Info teilen‘. Bestätige, dass du sicher bist, deine WhatsApp-Infos nicht zu teilen und tippe auf ‚Nicht teilen‘.

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  • Die Einstellung sollte anschließend aus deinen Konto-Settings verschwunden sein.

Was nicht verschwunden sein wird, ist die Aufnahme von WhatsApp-Infos ins Facebook-Universum zu anderen Zwecken, darunter zur Verbesserung der Infrastruktur, Spam-Bekämpfung oder der Analyse, wie Facebook- und WhatsApp-Dienste genutzt werden. Entkommen ist man auf jeden Fall der Werbungs-Anzeige und der Empfehlung der eigenen Kontakte als Freunde. Will man mehr, muss man zu einem weniger Privatsphären-verletzenden Messenger wie Threema wechseln – und seine Freunde mitziehen.

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