Zensur und Privatsphäre in Zeiten geistiger Verwirrung

Zensur und Privatsphäre haben auf den ersten Blick nicht allzu viel gemeinsam: Erstere kommt meistens spektakulär daher und begleitet von markigen Worten, weil man ja schließlich ‚die Menschen schützen‘ will. Privatsphäre auf der anderen Seite kennt nur die leisen Töne. Naturgemäß, denn schrille Privatsphäre ist ein Widerspruch in sich. Und so erodiert sie denn auch eher in kleinen Schritten und stirbt in aller Stille, während wachsende Zensur viele Gesichter haben kann und dabei selbst für Gesichtsblinde erkennbar bleibt.

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Nichtsdestotrotz stehen beide Elemente in enger Wechselwirkung: Schreitet die Zensur voran, schmilzt die Privatsphäre unweigerlich dahin, denn durch zunehmende Restriktionen in kleinere private Kreise gezwungen zu werden, um sich frei (?) zu äußern, ist nicht dasselbe wie Privatsphäre. Privatsphäre ist, unbehelligt von Staat und Mitmenschen die Chance zu haben, sich selbst zu erleben, seine Stärken, Schwächen, Gefühle und Überzeugungen auszudrücken und zu entwickeln und ein Individuum zu werden, akzeptiert von allen anderen Individuen in Sichtweite und auch vom Staat.

Je toleranter eine Gesellschaft, desto eher werden individuelle Meinungen akzeptiert; je restriktiver, desto stärker die Jagd auf Abweichler – und leider haben wir alle ein wenig Pech gehabt, denn ein Staat, der Freiheit in erster Linie als Unternehmensfreiheit versteht, die offenkundig von den hierfür Abgehängten bedroht wird, darf von so viel Alt-68er-Gerede nichts halten und muss Individuen als Gefahr begreifen, denen man mit flächendeckender Überwachung begegnen muss. Kein Wunder also, dass sich Parteien wie Menschen geradezu um die Plätze in der ‚Mitte der Gesellschaft‘ prügeln, denn zu weit abseits der Norm sollte man sich nicht bewegen, um nicht negativ gescort zu werden, ein paar Punkte im Gefährder-Ranking nach oben zu rutschen und den Halt in der Gruppe zu verlieren.

Und so entstehen Angst-Gesellschaften, die sich vor allem durch geistige Verwirrung auszeichnen und eigentlich auf die Couch gehören: Grundwerte werden dadurch geschützt, dass man sie ignoriert oder aufhebt, Völkerrecht wird verteidigt, indem man es bricht und allgemein wird Gut zu Böse und Böse zu Gut umdefiniert. Orwell hat gezeigt, wie es geht, und es funktioniert ausgezeichnet. Krieg ist Frieden und wer angesichts dessen noch nicht seinen Verstand verloren hat, zweifelt zumindest schnell an ihn.

Braucht man aber nicht, denn jeder Weg ist umkehrbar: Statt zu erlauben, dass Privatsphäre missbraucht und als Überbleibsel veralteter Ideale denunziert wird, kann sie gepflegt, respektiert und zurückerlangt werden. Eines der Mittel hierfür: Anonymität. Gerade in Zeiten, in denen zusehends aus Blau Grün wird, bietet Anonymität den notwendigen Freiraum, Situationen zu analysieren, Informationen einzuholen und ohne Angst vor Repressalien zu diskutieren. Anonymität ist die Grundlage, Privatsphäre zurückzuerlangen und zu wahren und Zensur zu umgehen.

Ohne Anonymität kann sich keine Privatsphäre und auf lange Sicht auch keine Individualität entfalten, genauso wenig wie mit Zensur. Die Frage ist also nicht, ob man etwas zu verbergen hat oder nicht, sondern ob man etwas zu verlieren hat oder nicht. Und wir haben eine Menge zu verlieren, denn mit dem Verlust der Privatsphäre steht dem Verlust der Individualität und dem Sieg der Zensur nichts mehr entgegen und 250 Jahre bürgerliche Revolution werden verloren sein.

In diesem Sinne: Verschlüsselt eure Mails, greift auf sichere Chats zurück – und nutzt einen VPN.

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Praktisch, dass das neue CyberGhost nicht nur ein VPN ist und dich anonymisiert, sondern auch deinen kompletten Internetverkehr abhörsicher codiert, vor gefährlichen Websites schützt, Werbung und Online-Tracking blockiert, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit HTTPS erzwingt und hilft, Zensur zu umgehen 😉

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In diesem Zusammenhang: Prognose-Software für die Polizei: Durchleuchtung und Scoring von Menschen

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CyberGhost VPN - Uli
CyberGhost VPN - Uli

16 Comments

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        • Die Erweiterung von 128 auf 256 sollte in den nächsten 2 Monaten erfolgen, wahrscheinlich schone früher, also in vier Wochen. In Bezug auf SHA solltet ihr wissen, dass dies keinen direkten Bezug auf eure Sicherheit hat. Es hätte, wenn einzelne User auf einem Server nicht strikt voneinander getrennt wären. Sie sind es aber. Damit entfallen so oder so Quer-Angriffe.

          • Hallo,
            Du sagtest die Verschlüsselung wird von 128bit auf 256bit erhöht….
            Welche meinst du?
            Sha?Oder Rsa oder was anderes?
            Auf der Seite steht ja das CG schon AES 256bit benutzt!
            Bitte um erklärung.

  • Hallo CG-Team
    Ich weiss dass das etwas off-topic ist, aber ich habe eine Frage: Plant ihr eventuell in Zukunft auch einen Linux-Client anzubieten. Auf Privatsphäre zu achten ist gut, aber Windows 10 zu verwenden nicht. Bin eben deswegen auf Linux Mint umgestiegen, und logge mich auch darüber in Cyberghost ein, aber trotzdem verglichen mit dem Client ist es leider beiweitem nicht so gut.

    http://www.techworm.net/2016/01/microsoft-super-spy-windows-10-collecting-data.html

    Da Microsoft ja alles mitloggt wie man leider lesen kann ist ein VPN zu benutzen leider nicht wirklich gut wenn dann trotzdem alle Informationen an MS übermittelt werden. Daher gibts als alternative ja nur noch Linux wenn man auf Privatsphäre achten will. Leider aber kann man weder leicht die Region wechseln als auch den Server manuell auswählen. Daher meine Frage ob es ev in Zukunft es auch einen Linux-Clienten geben wird.

    • Wächst CyberGhost weiterhin, liegt auch ein Linux-Client im Bereich des Möglichen. Bislang fehlen aber schlicht die Ressourcen. Natürlich hast du recht, was Windows 10 im Speziellen und Microsoft im besonderen angeht. Dies gilt aber generell für jede Art von Software, Online-Plattformen und Cloud-Angebote. Ein VPN ist nur ein Teil der Sicherungskette … Was die praktische Anwendung betrifft, so verwende ich selbst OpenVPN mit einem CyberGhost-Konto sowohl mit Linux Mint als auch auf einem OpenELEC-System. Hierfür habe ich einmalig eine Vielzahl Profile angelegt, was natürlich eine Menge Arbeit war. Eines für jedes Land, in denen jeweils der Serverpool des Landes angesprochen wird und dann noch verschiedene, die einzelne Server direkt anwählen. Die Zusatzfeatures wie Ad-Blocker usw. lassen sich ja direkt in der Kontoverwaltung festlegen (gelten dann aber für alle Verbindungen, die man mit einem Protokoll konfiguriert). Verzichten muss man leider auf Sachen wie SecureConnect und den KillSwitch.

  • Hallo, seit dem Update des Clienten von CG am 18.01.2016 erscheint als DNS Server jetzt immer, egal welches Land ich anwähle: 194.178.251.66 Hostname: n/a ISP M247 Ltd Europe! Ist das beabsichtigt? Vor dem Update stand da immer CG Keyweb Germany.

    • Der DNS-Serverpool wird erweitert. Der Plan ist, in mehreren Ländern DNS-Server zu stationieren, wobei die Auswahl vermutlich automatisch geschieht (also immer den jeweils nächsten).

  • Hallo Cyberghost,

    leider wurden die IP Adresse aus dem Client entfernt, was ich sehr schlecht finde. Könntet Ihr mir bitte sagen, welche Server von LEASEWEB zur Verfügung stehen? Bisher haber ich nur einen Server in Deutschland gefunden. Hattet Ihr von denen nicht früher auch andere Locations? Der Serveranbeiter M247 läuft bei mir nicht so gut und hat z.T. ein sehr schlechtes Routing.

    • Bitte habe Verständnis dafür, dass wir keine Serverlisten oder andere Geschäftsunterlagen herausgeben.

  • Hallo, ich bin neuer Kunde und muss leider sagen das ich etwas enttäuscht bin. Zum einen die geringere Verschlüsselung und zum anderen ist SMTP gesperrt. Alles das war bei meinem letzten VPN Anbieter anders geregelt und leider stand auch nicht in den AGB, das SMTP gesperrt ist. Könnt Ihr seriöse Webdienste wie 1&1 davon rausnehmen? Die Ausnahmen im Client bringen mir nichts, denn dann kann ich gegen IP Trace nichts tun.

    Besteht sonst die Möglichkeit das ich das Geld zurückerhalten kann?

    • VPN-Technologien nutzen unterschiedliche Arten der Verschlüsselung. Bei CyberGhost ist die Verbindung mit 256 Bit AES geschützt, übrigens sofort nach den Snowden-Enthüllungen und vorsorglich. Die verwendete MD5 Hashfunktion ist ausreichend, vor allem, wenn man bedenkt, dass CyberGhost gut und gerne auch ohne auskommen könnte, da ein Flooding von einem User zu einem anderen auf dem gleichen Server nicht möglich ist, da bei uns alle User strikt voneinander getrennt sind. Die Aktualisierung der CA-Zertifikate von 1028 steht bevor, und zwar in zwei Schritten auf zunächst 2048 und dann auf 4096. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass auch 1028 aktuell noch als sicher gilt, da es bestenfalls in der Theorie angreifbar ist, in der Praxis aber bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Der Zeitpunkt des Updates wird im Vorfeld bekannt gegeben, da hierfür der komplette Serverpool offline gehen muss.

      Die ausgehenden Mailserver bleiben auch weiterhin gesperrt, um den Missbrauch des Dienstes zur Spamverteilung zu unterbinden.

      Wie du vielleicht weißt, haben wir eine 30 Tage Geld-zurück-Garantie, wenn du mit dem Dienst nicht zufrieden bist. Bitte wende dich diesbezüglich an cleverbridge.

      • Hallo, danke für die Antwort.
        Ich habe das Produkt im Einzelhandel bei einem großen Versender erworben, kann ich mich dann trotzdem an Cleverbridge wenden? Ich möchte das Produkt gern zurückgeben. Die SMTP Sperre hat mir sozusagen den letzten Schlag gegeben, dass ich mit diesem Produkt nichts anfangen kann. Hätte das auf der Verpackung gestanden, hätte ich es niemals gekauft, denn beim letzten Anbieter gab es damit keine Probleme. Kann ich irgendwie Cyberghost direkt eine E-Mail schreiben? Denn hier im Blog möchte ich meine E-Mail-Adrese nur sehr ungern eingeben, da die Übertragung nicht per https erfolgt. Und im Klartext in diesem Post auch sehr ungern, denn dann kann es ja jeder mitlesen.

        Danke für Eure Antwort.

        • Das geht leider nicht. Das wäre ungefähr so, als ob du bei Real kaufst und dann bei Karstadt zurückgibst, es sind halt zwei verschiedene Verkäufer. Der Versender wird aber wohl keine Probleme machen, wenn du ihm deine Argumente darlegst und dass das Produkt für deine Bedürfnisse nicht passt. Die zweite Möglichkeit besteht darin, den Support über die Kontoverwaltung zu kontaktieren und (mit Kaufbeleg) deinen Wunsch darlegst. Aber so oder so, in allen Fällen kommt es auch darauf an, wie lange der Kauf zurückliegt und wie stark der Dienst in dieser Zeit in Anspruch genommen worden ist.

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